Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium hat schnell auf den Beschluss der Kultusminister-Konferenz vom Mittwoch reagiert: Auf der Homepage der Schule sind bereits die neuen Termine fürs Abitur zu finden: Die schriftlichen Prüfungen sollen demnach am 18. Mai beginnen, die letzten Klausuren stehen am 29. Mai an. Die mündlichen Prüfungen sind für den Zeitraum vom 20. bis zum 29. Juli angesetzt. „Organisatorisch kriegen wir das hin“, sagt Magnus Heiter, Konrektor des Gymnasiums.

Mathe via Skype

Wegen der vorgeschriebenen Hygiene und der derzeit gültigen Abstandsregeln würden zwar mehr Räume und Lehrer benötigt als für Abiturprüfungen in normalen Zeiten. Das sei am Bonhoeffer-Gymnasium indessen problemlos zu meistern, betont Heiter. Die Vorbereitungsphase für die Abschlussklassen sei noch vor der verordneten Unterrichtspause regulär abgeschlossen worden. Die Schüler würden sich nun im Homeoffice auf die Klausuren vorbereiten. Seit knapp zwei Wochen lernen Kinder und Jugendliche nun von daheim aus: „Das läuft sehr gut“, bilanziert Heiter.

Unterricht an der Realschule läuft gut

Mit der neuen Form des Unterrichts hat auch die Schönbein-Realschule bislang positive Erfahrungen gesammelt, wie Rektor Jürgen Grund berichtet. Der Schulleiter ist jeden Tag in seinem Büro, auch die beiden Sekretärinnen halten die Stellung: „Wir sind eine wichtige Drehscheibe, damit wir alle Informationen schnell an Lehrer, Schüler und Eltern weitergeben können“, erklärt Grund. Gewartet haben die Familien der Zehntklässler in den vergangenen Tagen insbesondere auf Neuigkeiten zu den anstehenden Abschlussprüfungen. Starten sollten diese am 22. April im Fach Deutsch, nun sind auch sie erst einmal in den Mai verschoben worden.

Viele Wege der Kommunikation

Die Vorbereitungen für die anstehenden Klausuren gehen gleichwohl weiter. Die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern laufe auf verschiedenen Ebenen und über vielfältige Kanäle, schildert Grund. In einer zehnten Klasse werden Matheaufgaben beispielsweise via Skype erklärt und gelöst. Andere Lehrer stehen im regen E-Mail-Kontakt mit ihren Schützlingen. Außerdem gibt es feste Sprechzeiten, an denen die Lehrer telefonisch erreichbar sind.

Um den Stoff möglichst gut und umfassend vermitteln zu können, bereitet die Realschule im Augenblick zudem eine Lernplattform vor, die den Namen „Moodle“ trägt. Dort können die Lehrer Inhalte hochladen, die dann von den Schülern abgerufen und bearbeitet werden.

Hilfe für Familien

Gleichwohl, sagt Jürgen Grund, fehlt den Kindern und Jugendlichen ein wichtiger Ort ihres täglichen Lebens. „Schule ist eben mehr als Lernen. Sie ist ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und Füreinanders“, betont der Rektor. Er habe jedoch das Gefühl, die Kinder und Jugendlichen fühlten sich vom Lehrerkollegium in diesen außergewöhnlichen Zeiten gut betreut. „Wir denken aneinander.“ Die Schulgemeinde halte zusammen, auch deswegen blickt Jürgen Grund trotz aller Ungewissheit positiv in die Zukunft.

Damit Kinder und Eltern, die von Sorgen und Nöten geplagt werden, schnell Hilfe erhalten, stehen die beiden Schulsozialarbeiterinnen bereit. Erreichbar sind sie per E-Mail (schulsozialarbeit@schoenbeinrealschule.de).

Hilfestellung bietet zudem die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises, die ihren Sitz in Dettingen hat. Sie hat aktuell ein Familientelefon unter (0 71 23) 72 68 60 eingerichtet, um Fragen möglichst rasch beantworten zu können. Außerdem hat die Beratungsstelle Tipps zusammengestellt, wie Familien die Zeit ohne Schule und Kita gemeinsam gut meistern. Die Infos hat Jürgen Grund inzwischen per E-Mail an alle Eltern verschickt.

Lehrer dürfen nur in Ausnahmefällen in die Schule

Rund 600 Realschüler sind derzeit im Homeoffice, betreut werden sie dabei von 50 Lehrern, die sich selbstredend im Dienst befinden. Das Schulgebäude betreten dürfen sie indessen nur im Notfall, es herrscht striktes Kontaktverbot.

Trotz aller Sorgen verliert die Belegschaft der Schule allerdings nicht ihren Humor, wie Jürgen Grund erzählt. Als kürzlich eine der Sekretärinnen Geburtstag feierte, erhielt sie als Geschenk eine Torte, die einem derzeit höchst begehrten Gut nachempfunden war: einer Rolle Klopapier.

Beratungstelle für Jugend- und Erziehungsfragen


Die Beratungsstelle für Jugend- und Erziehungsfragen des Landkreises hat eine Außenstelle in Dettingen, diese ist zuständig für Metzingen, Bad Urach, Dettingen, Riederich, Römerstein, Hülben, Grabenstetten und Grafenberg. Zu erreichen ist sie unter Telefon (0 71 23) 72 68 60, E-Mail: erziehungsberatung-dettingen@kreis-reutlingen.de. Das Familientelefon der Beratungsstelle ist unter Telefon (0 71 23) 72 68 60 zu erreichen. Die Beratungen sind kostenfrei und vertraulich, auf Wunsch auch anonym.