Wer in den vergangenen Tagen durch die Eisenbahnstraße gefahren ist, dem sind sicher die vielen Halteverbotsschilder aufgefallen, die dort aufgestellt wurden. Sie sind Vorboten eines Großprojekts, das am kommenden Montag startet: Die Kreissparkasse Reutlingen lässt ihr Gebäude am Bahnhof abbrechen, um anschließend neu zu bauen. Am 13. Januar starten die Vorarbeiten, ab Kalenderwoche vier soll es dann mit dem Abriss ernst werden. Während der erste Abschnitt der Bauarbeiten läuft, sei es notwendig, die Eisenbahnstraße halbseitig zu sperren, teilt die Stadtverwaltung Metzingen auf Anfrage mit. Ebenfalls erforderlich sei es, die Querparkplätze an der Eisenbahnstraße, beginnend auf Höhe des Casinos, abschnittsweise zu sperren. Aus diesem Grund wurden auch die Halteverbotsschilder aufgestellt. Weitere Einschränkungen, so die Stadt, seien in den ersten Bauabschnitten nicht erforderlich.

Verteilt auf zwei Standorte

Geräumt ist das Kreissparkassen-Gebäude am Bahnhofsplatz schon seit einiger Zeit, die Mitarbeiter haben sich für die Zeit des Umbaus auf zwei Standorte in Metzingen verteilt, wie Andreas Lehmann, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der Kreissparkasse, erläutert. Auf dem Gelände der Motorworld haben unter anderem die Baufinanzierungsberatung und die Immobilienvermittlung Platz gefunden, ebenso wie ein Geldautomat.

Alle Geldgeschäfte

Im Posthofareal, das dem bisherigen Standort benachbart ist, werden alle Kassen- und Servicegeschäfte abgewickelt, auch die Privatkundenberater haben dort ihre Büros. „Hier können die alltäglichen Geldgeschäfte getätigt werden“, erklärt Lehmann.

Besucher finden im Posthofgelände außerdem eine Infostele, die über das Neubauprojekt informiert und zugleich Einblicke in die Geschichte der Kreissparkasse in Metzingen bietet. Schon 1853 eröffnete das Geldinstitut seine erste Filiale in der Kelternstadt, damals mieteten sich die Banker im Gasthaus „Hirsch“ ein, das später dem Neubau des Rathauses wich. 1958 zog die Sparkasse schließlich ins Gebäude Schönbeinstraße 11 ein, das nun abgerissen wird.

Auch eine Tiefgarage

Entgegen dem äußeren Anschein, so die Kreissparkasse, sei die Filiale am Bahnhof funktional, technisch und energetisch in schlechtem Zustand. Sanieren sei deshalb nicht mehr sinnvoll. Zum Neubauprojekt gehört auch eine Tiefgarage, die unter einem Teil des Bahnhofvorplatzes entsteht. 89 Autoabstellplätze für Mitarbeiter, Kunden und Mieter sind geplant. An jedem zweiten Stellplatz soll ein Anschluss für eine E-Ladesäule Platz finden. 20 Radabstellplätze kommen ebenfalls unter die Erde, 22 entstehen oberirdisch.

Vier Geschosse entstehen

Zum Bahnhofsvorplatz hin erhält der KSK-Neubau vier Geschosse, entlang der Schönbeinstraße schließt sich ein eingeschossiger Zwischenbau an, während zur Karlstraße hin drei Geschosse vorgesehen sind. Im Erdgeschoss des Neubaus siedelt die Bank den Kassen- und Servicebereich an. Im obersten Stock entsteht ein großer Veranstaltungsraum für Kunst und Kultur, der auch angemietet werden kann. Im dreigeschossigen Gebäudeteil bleibt Raum für Praxen.

In zwei Jahren, so der Plan, soll der Neubau fertig sein, der Hochbau wird voraussichtlich im September 2021 stehen. Bis dahin müssen die Metzinger indessen mit einigen Verkehrsbehinderungen rund um den Bahnhofsplatz rechnen. Zumal sich die Verkehrsführung, angepasst an den jeweiligen Bauabschnitt, regelmäßig ändert.

Gebäude soll 2022 bezogen werden


Wer mehr über den Umbau der KSK-Filiale in der Schönbeinstraße erfahren möchte, findet Informationen im Internet unter www.ksk-reutlingen.de/umbau. Um den Neubau am Bahnhofsvorplatz zu realisieren, hat die Bank einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Sieger wurde das Büro Glück und Partner mit Sitz in Stuttgart. Das Baugesuch wurde im August bei der Stadtverwaltung eingereicht. Beheizt und gekühlt wird der Neubau ausschließlich mit Geothermie. Um das zu realisieren, werden 23 Erdsonden von der Tiefgarage aus ins Erdreich getrieben. Die Energie, die eine Photovoltaikanlage erzeugt, setzt dann die Wärmepumpe in Bewegung.