An einem Mittwochmorgen vor 19 Monaten drehte der weiße Caddy der Stadt, das Metzinger „Teilauto“, eine erste Runde im Auftrag des Hauses Matizzo. Auf den Sitzplätzen: Senioren aus Metzingen und Riederich auf dem Weg zum Supermarkt, zum Hausarzt oder zu Kaffee und Kuchen bei Freunden. Der diakonische Förderverein hat den Fahrdienst „Metzingen chauffiert“ für all jene ins Leben gerufen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, und die für ihre alltäglichen Besorgungen auf einen Fahrer angewiesen sind.

Nach mehr als eineinhalb Jahren kann die Geschäftsführerin des Hauses Matizzo, Manuela Seynstahl, erste Bilanz ziehen: 27 Prozent Arzttermine, knapp 21 Prozent Physiotherapie, etwa 17 Prozent Besorgungen für den Haushalt. Die restlichen Fahrten verteilen sich auf Freizeitveranstaltungen oder Besuche im Café. „Die Leute sind unheimlich dankbar, und die Fahrer erzählen immer wieder, wie bereichernd die Gespräche sind“, sagt Seynstahl. Von Anfang an sei das Angebot rege genutzt worden.

Allein von Januar bis Juli dieses Jahres absolvierten die 15 ehrenamtlichen Helfer insgesamt 750 Fahrten. Mit aktuell 70 Gästen, die den Fahrdienst regelmäßig in Anspruch nehmen, hat „Metzingen chauffiert“ mittlerweile aber seine Kapazitätsgrenze erreicht.

Im Frühjahr einen zweiten Leasing-Wagen bestellt

Aus diesem Grund hat das Haus Matizzo schon im Frühjahr einen zweiten Leasing-Wagen bestellt. Damit werden Senioren nicht nur mittwochs und donnerstags das Haus verlassen können, sondern auch am Dienstag. Das Angebot gilt ausschließlich für das Gebiet von Metzingen und Riederich, weil Grafenberg bereits über einen eigenen Fahrdienst verfügt.

Wer den Service des Fördervereins bucht, wird direkt an der Haustüre abgeholt und auch wieder zurückgebracht. Zahlen müssen die Senioren für dieses Angebot nichts, denn das Projekt finanziert sich über Vereinsmittel und Spendengelder. Zudem wolle man keinesfalls als Konkurrenz für Taxiunternehmen gelten.

Schon jetzt ist sich Seynstahl sicher, dass es auch für das zweite Auto – einen erdgasbetriebenen Caddy – einen großen Andrang geben wird. Geliefert wird das Fahrzeug vermutlich im September. „Wir haben nicht erwartet, dass wir jemals ein eigenes Auto bestellen müssten“, sagt Seynstahl über die neue Anschaffung.

Sobald der neue Caddy fahrbereit ist, wird die Einsatzleiterin Birgit Mezger einen erweiterten Fahrplan aufstellen, wobei das bestehende Team auf weitere Fahrer hofft: „Die meisten Fahrer sind im Ruhestand, aber es sind auch einige dabei, die zum Beispiel ihre Überstunden abbauen und in dieser Zeit den Fahrdienst übernehmen“, berichtet Seynstahl. Derzeit bespricht sich die Gruppe ein Mal im Monat, um die Fahrdienste zu verteilen. Dabei ist das Ziel, dass jeder Fahrer nicht mehr als zwei Tage pro Monat übernimmt, wobei auch Halbtagesschichten möglich sind.

Mindestens 25 und höchstens 70 Jahre alt dürfen die Ehrenamtlichen sein. Geschieht ein Unfall, sind sie über den Förderverein versichert, darüber hinaus übernimmt das Haus Matizzo die Kosten für ein Verkehrssicherheitstraining. Wer sich aber freiwillig melde, gehöre schließlich ohnehin zu denjenigen, die gerne und sicher hinter dem Steuer sitzen, bemerkt Seynstahl mit einem Zwinkern.

Das könnte dich auch interessieren:

St. Johanner Steige Mit 700 PS am Baum gelandet

Eningen.  

Kontakt zu „Metzingen chauffiert“


Aktuell sind die Fahrer jeden Mittwoch und Donnerstag von 8 bis 17 Uhr innerhalb von Metzingen und Riederich unterwegs. Senioren müssen sich für eine Fahrt im Vorfeld telefonisch unter (0 71 23) 9 10 29 08 anmelden. Montags ist das von 13 bis 17 Uhr möglich, dienstags von 8 bis 12 Uhr. Der zweite Wagen wird nicht vor September geliefert, entsprechend werden Anmeldungen für den zusätzlichen Fahrtag am Dienstag noch nicht angenommen.