Metzingen / Nicole Wieden  Uhr
Im Ferientagheim auf dem Bongertwasen hat die 24-jährige Jugendreferentin Ellen Engel für Kinder die Ferienfreizeit der evangelischen Kirchengemeinde organisiert.

Es ist kurz nach zehn in der Frühe; das bedeutet für die Kinder auf der „Stadtranderholung“ eine Tour durch den Wald, arbeiten mit Speckstein oder etwa eine Runde Fußball. Je nachdem, welcher Gruppe sie zugeteilt sind und was sich die jeweilige Gruppenleitung für das Zeitfenster von 10 bis 12 Uhr überlegt hat. Im Anschluss gibt es Mittagessen, eine Ruhestunde, dann weitere Programmpunkte. Erst wenn gegen Viertel nach sechs die letzten Kinder hinter den Autotüren ihrer Eltern verschwinden, kann Ellen Engel durchatmen.

Die Sommerferien im Ferientagheim wecken Erinnerungen

Die 24-Jährige ist seit einem Jahr für die Leitung des evangelischen Ferientagheims verantwortlich und hat das Sommerprogramm nun zum ersten Mal organisiert. Weil ihre Ausbildung im hauptamtlichen Verkündigungsdienst ein Anerkennungsjahr vorsieht, ist Engel von Wuppertal in die Kelternstadt gezogen. Hier widmet sie sich als Jugendreferentin zu 70 Prozent dem CVJM und zu 30 Prozent dem Ferientagheim. Für Freizeitangebote wie die Stadtranderholung engagiert sie sich deshalb besonders gerne, weil diese Teil ihrer eigenen Jugend waren: „Der CVJM hat mich sehr geprägt, und jetzt möchte ich etwas zurückgeben“, sagt Engel.

Das Freizeitangebot auf dem Bongertwasen

Auf dem Bongertwasen tummeln sich dieser Tage 150 Kinder aus der 1. bis 7. Klassenstufe. Der erste zweiwöchige Abschnitt im Ferientagheim endet heute und ist Teilnehmern aus Metzingen, Neuhausen und Glems vorbehalten.

Der Spaß und das Gemeinschaftsgefühl stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Jesus macht Schlagzeilen“, entsprechend erzählt die morgendliche Bibelgeschichte von besonderen Augenblicken aus dem Leben Jesu. Ob es Ellen Engel mit ihrem Programm gelingt, die Kinder auf die Themen Glaube und Religion neugierig zu machen, kann sie nicht genau sagen, aber sie ist zuversichtlich. Zwar stehe für die jungen Teilnehmer das Vergnügen an erster Stelle, in ruhigen Augenblicken aber entwickelten sich zuweilen durchaus interessante Gespräche.

Eingeladen sind nicht nur Kinder der evangelischen Gemeinde

Unmittelbar nach dem ersten Abschnitt folgt am 12. August der zweite mit 130 anderen Kindern, diesmal ohne Ortsbeschränkung. Sie werden ebenfalls zwei Wochen von 7.30 Uhr bis in den späten Nachmittag hinein von einem zwölfköpfigen Leitungsteam und mehreren Mitarbeitern betreut. Im Tagesgeschäft wird Ellen Engel von Co-Leiterin Lea Fischer unterstützt, die Soziale Arbeit studiert. Dazu kommen insgesamt 85 Helfer zwischen 15 und 30 Jahren, im Küchendienst sind weitere 17 beschäftigt.

Die Stadtranderholung bleibt beliebt

„Die Zeit hier ist sehr anstrengend, und bei den Bewerbern haben wir darauf geachtet, dass ihnen klar ist, was auf sie zukommt“, so Engel. Bei den meisten aber sei das schon allein deshalb der Fall, weil sie selbst mit der Stadtranderholung aufgewachsen sind: Unter den Mitarbeitern befinden sich gleich mehrere, die das Ferienprogramm schon mehr als zehn Mal begleitet haben.

Dabei sind die Ältesten als so genannte „Inputs“ für die geistlichen Inhalte, etwa für das Theaterstück nach dem Frühstück, verantwortlich. Die Jüngeren dagegen werden traditionell mit praktischen Aufgaben betraut, zum Beispiel mit der Aufsicht über den Materialbestand.

Kleine Veränderung im Ferientagheim

Bei der Organisation hat sich Ellen Engel an den Vorjahren orientiert und dabei gleichzeitig für frischen Wind gesorgt: In ihrer jüngst beendeten Abschlussarbeit hat sich die Jugendreferentin mit dem Ferientagheim, dessen Verwaltung und dem Thema „Change Management“ auseinandergesetzt. An den ersten kleinen, aber effektiven Stellschrauben hat sie schon gedreht. So konnten Eltern ihre Kinder erstmals online für das Ferienprogramm anmelden.

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