Bleichstetten Mehrere Fliegen mit einem Plan

Bleichstetten / Michael Koch 16.07.2018

Das war doch eine echte Überraschung. In der Bürgerversammlung am Freitagabend im Gemeindesaal Bleichstetten präsentierte die Verwaltung, unterstützt von Experten, eine fertige Variante, wie in Bleichstetten der obere Ortskern aufgewertet, der Kindergarten erhalten und ein neuer Gemeindesaal entstehen kann. Die allermeisten der knapp 100 Bürger zeigten sich richtig angetan von den Überlegungen.

Diese waren in zwei Varianten geteilt. Die erste sieht vor, den Kindergarten, der derzeit nach einem Wassereinbruch und wegen Schimmels nicht genutzt werden kann, zu sanieren. Ebenso das unter Denkmalschutz stehende Alte Schulhaus auf der anderen Straßenseite. Um den Status Quo in diesen beiden Gebäuden zu erhalten, hat Hans Sigel von der Gesellschaft für Kommunalentwicklung Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro errechnet, wovon etwa 765 000 Euro über Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum gedeckt werden könnten. Unterm Strich bliebe eine Summe von 1,64 Millionen Euro offen, so die Schätzung Sigels.

Die zweite Variante, vorgestellt von Architekt Dr. Peter Dietl, sieht vor, Kindergarten samt Gemeindesaal abzureißen, dafür den Kindergarten in das Alte Schulhaus einzubauen und hinter dem Schulhaus, verbunden über ein Foyer, einen neuen Gemeindesaal zu errichten. Auch das hat Hans Sigel berechnet: Für Abbruch (120 000 Euro), Sanierung Schulhaus (1,058 Mio) und den Gemeindesaal (1,209 Mio) kommt er ebenfalls wieder auf Kosten von knapp 2,4 Millionen Euro, die Zuschüsse müssten sich aber auf mehr als 800 000 Euro belaufen. Außerdem soll die freiwerdende Fläche des Kindergartens der Wohnbebauung zugeführt werden, wodurch der Gemeinde St. Johann als Grundstückseigentümer nochmals gut eine halbe Millionen in die Kasse gespült würden. Insgesamt wäre die zweite Variante also rund 560 000 Euro günstiger.

Architektin Christine Keinath äußerte Überlegungen für die 3300 Quadratmeter Bauland, die in Bleichstetten frei würden. Bis zu 30 Wohneinheiten könnten dort Platz finden. Außerdem könnte zwischen Kirche und Altem Schulhaus eine neue Verbindung mit Parkcharakter entstehen.

30 Wohnungen waren dem einen oder anderen Bürger dann doch zu viel, vielmehr bestünde Bedarf an Bauplätzen für Einfamilien- oder Reihenhäuser, wurde moniert.

Bürgermeister Florian Bauer wollte diesbezüglich erst gar keinen Unmut aufkommen lassen, es handle sich lediglich um Vorüberlegungen, das Verfahren sei noch vollkommen offen und liege in den Händen der Gemeinderäte. Ihm selbst komme die Zahl 30 auch etwas hoch vor.

Konkreter geht es dagegen in Sachen Kindergarten und Schulhaus weiter. Sollte sich der Gemeinderat für die Variante zwei aussprechen, dann müssten bis Ende September die Förderanträge gestellt sein. Entsprechende Vorgespräche mit dem Regierungspräsidium hat es schon gegeben. In einem ersten Bauabschnitt solle dann schon 2019 das Alte Schulhaus, inklusive den Räumen für den Kindergarten, saniert werden und der alte Kindergarten abgerissen werden. Ein Jahr später erst würde dann in einem zweiten Bauabschnitt (Sigel: „Wir bekommen pro Jahr nur eine Maßnahme gefördert.“) der Gemeindesaal gebaut. Für ein Jahr bräuchte man also ein Provisorium, das Alte Schulhaus biete aber durchaus Möglichkeiten dafür, so Bürgermeister Bauer.

Ausdrücklich ging es in der Bürgerversammlung übrigens nicht um die Zukunft des Bleichstetter Kindergartens, die für Bürgermeister Bauer nicht in Frage steht. Derzeit werde ein Kindergartenkonzept erarbeitet, das dann zu gegebener Zeit vorgestellt und diskutiert werde, so Bauer.

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Kinder aus Bleichstetten sind für das kommende Kindergartenjahr vor Ort angemeldet. Wegen ungünstiger Öffnungszeiten besuchen weitere Kinder andere Einrichtungen in St. Johann.

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