Der Zeitplan ist ehrgeizig und wird es auch bleiben: Vor drei Wochen wurde bei einer ersten Informationsveranstaltung über die Zukunft der Medienakademie Metzingen diskutiert – die lag im Ungewissen. Nun ist klar, dass es mit der beliebten Kultur-Einrichtung weitergeht: Bereits am Mittwoch, 17. April, 19.30 Uhr, findet die Gründungsversammlung eines neuen Vereins statt. Das ist notwendig, weil der vom kürzlich verstorbenen Medienakademie-Initiator Thomas Zecher gegründete bisherige Medienakademie-Verein insolvent ist und aufgelöst werden muss. Das heißt konkret: Der neue Verein soll inhaltlich breit aufgestellt bleiben, firmiert dann aber unter einem anderen Namen, der noch gesucht wird.

Die positive Aufbruchsstimmung der ersten Informationsveranstaltung konnte in Energie und Tatkraft umgesetzt werden. Basis der Arbeit eines lose organisierten Teams um den bisherigen zweiten Vorsitzenden Harald Hug bildeten die Ergebnisse einer Umfrage, an der der sich 44 Personen beteiligt hatten. Darin wurde klar, dass es vorrangig um Kontinuität geht, die Medienakademie soll nicht neu erfunden werden. Es wurde unter anderem eine Satzung entworfen, in der eindeutig die Förderung von Kunst und Kultur für Erwachsene, Jugendliche und Kinder als Ziel formuliert ist. „Es geht nicht um wirtschaftliche Interessen“, erklärte Harald Hug bei der zweiten Infoveranstaltung am Freitag.

Doch um die Aufstellung eines Finanzplans kommt auch die neu aufgestellte Medienakademie nicht herum: Der ist zwar noch von vielen Unabwägbarkeiten geprägt, doch eine Fortführung der Arbeit ist laut Hug durchaus möglich. Mitglieder haben mit einem Jahresbeitrag von 50 Euro zu rechnen, die Bereitschaft dem Verein beizutreten ist dennoch hoch: Etwa 20 Frauen und Männer wollen bei der Gründungsversammlung dabei sein. Auch in der künftigen Medienakademie wird viel Ehrenamt und Einsatz notwendig sein, für eine Vielzahl von Fachfunktionen wie Organisation des Thekendienstes oder Übernahme der Hausmeister-Funktion haben sich Interessenten gefunden. Zum Bedauern von Harald Hug hat sich (noch) niemand für die Vorstandsposten gemeldet, bis Mittwoch wird nicht nur hier noch einiges zu tun sein.

Räume vermieten

Eigene Veranstaltungen sind das eine Standbein der Medienakademie: „Jeden zweiten Tag muss hier etwas los sein“, machte Hug mit Blick auf den Finanzplan deutlich. „Es ist wichtig, dass wir von Anfang an die Bude füllen.“ Die Räume in der Eisenbahnstraße sollen darüber hinaus auch weiterhin kommerziell vermietet werden für Geburtstagsfeste oder andere Veranstaltungen. Für die Nutzung der Räume durch zahlreiche gemeinnützige Gruppen wird noch nach einer Lösung gesucht, bislang zahlten diese nichts – das ist im Sinne einer Kostendeckung nicht mehr möglich: „Sie müssten einen Beitrag leisten, können das aber nicht“, weiß Hug. Gedacht ist an eine Finanzierung über entsprechende Fördertöpfe.

Noch gibt es viel zu tun, bis am Mittwoch die Gründungsversammlung stattfinden kann. Und auch danach wird es für die Verantwortlichen unter dem Dach der „neuen“ Medienakademie nicht ruhiger. Bereits am 1. Mai soll sie offiziell an den Start gehen. Dann soll auch der Veranstaltungsplan bis Juli stehen.

Der Zeitplan ist weiter ehrgeizig, die Metzinger ziehen indes mit: Der Fortbestand dieser für Metzingen wichtig gewordenen Einrichtung liegt ihnen regelrecht am Herzen. Am Dienstag, 16. April, findet in der Medienakademie in der Eisenbahnstraße übrigens eine Veranstaltung statt: Ab 19 Uhr spielen dort die „Stäffeles Banjo Rutscher“.  Harald Hug und die anderen Aktiven hoffen auf eine volle Bude.