Polizei Mafiosi in Metzingen verhaftet

Polizei Gericht Kriminalität Verhaftung verhaftet Handschellen Gefängnis Täter
Polizei Gericht Kriminalität Verhaftung verhaftet Handschellen Gefängnis Täter © Foto: dpa
Metzingen / swp 09.01.2018

Die Mafia ist nicht weit weg. Diese Botschaft vermittelte noch am Sonntagabend der Tatort im Ersten. Schon gut 30 Stunden später schlugen Einsatzkräfte in großem Stile in Italien und Deutschland in der Realität zu. In den frühen Morgenstunden des Dienstags nahmen Spezialeinsatzkräfte aus Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland landesweit vier Männer im Alter von 36, 40 und 47 Jahren, allesamt italienische Staatsangehörige, fest. Einer von ihnen lebte in Metzingen.

Einsatz um 4 Uhr

Hier rückten die Einsatzkräfte gegen 4 Uhr in der Nacht in voller Kampfmontur  in einem Gebäude in der Wilhelmstraße an und holten den Gesuchten aus dem Bett. Beim Eindringen in die Wohnung soll es nicht zimperlich zugegangen sein, wie zu vernehmen war. Die Festnahme selbst erfolgte dann ohne Widerstand. Zeitgleich wurde die Wohnung durchsucht. Dies war parallel in einem zweiten Fall im Landkreis Reutlingen auch in einer Wohnung in Walddorfhäslach der Fall. Die Ermittler beschlagnahmten dabei Bargeld, Mobiltelefone, schriftliche Unterlagen und elektronische Datenträger, wie die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart in einer ersten Presseerklärung mitteilt. Der dortige Generalstaatsanwalt beantragte auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls „Festhalteanordnungen“, wie es heißt. Weitere Festnahmen sind im Rems-Murr-Kreis (zwei Personen) und im Ortenaukreis (eine Person) erfolgt, weitere Durchsuchungen gab es in den Kreisen Rems-Murr (6), Esslingen (1) und im Ortenaukreis (1). Bei den Gebäuden soll es sich um sechs Wohnungen und vier Gastronomiebetriebe gehandelt haben.

Viele Verbrechen vorgeworfen

Vorgeworfen von der italienischen Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft Direzione Distrettuale Antimafia (DDA) in Catanzaro wird den Männern, Mitglieder der kalabrischen Mafiaorganisation Ndrangheta zu sein und deren kriminelle Aktivitäten und mafiöse Strukturen in Deutschland auszubauen. Dazu zählt das Bundeskriminalamt Straftaten wie versuchten Mord, Erpressung, Geldwäsche, Verstöße gegen das Waffengesetz, internationale Autoverschiebung und Müllverschiebung auf. Die Ermittlungen, in deren Zug nun auf einen Schlag in Deutschland und Italien 160 Personen festgenommen wurden, zogen sich über einen Zeitraum von sechs Jahren hin.

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