Grafenberg Mähen allein reicht nicht

Der Grafenberger Sportplatz ist saniert und soll künftig besser gepflegt und geschützt werden.
Der Grafenberger Sportplatz ist saniert und soll künftig besser gepflegt und geschützt werden. © Foto: Thomas Kiehl
PETER SWOBODA 13.11.2014
Nachdem der Grafenberger Sportplatz grundlegend saniert worden ist, hat der Gemeinderat die Pflegearbeiten neu vergeben. Bis zum Beschluss wurde freilich lebhaft über die Sache diskutiert.

In der Vergangenheit hat es immer wieder Kritik über den Zustand des Sportplatzes gegeben. Konkrete Kritikpunkte waren freilich kaum zu hören. Doch eine gewisse Unzufriedenheit stand immer im Raum. Dann gab es im Herbst 2013 ein denkwürdiges Fußballspiel auf dem Platz bei denkbar schlechten Witterungsverhältnissen. Durch dieses Spiel wurde der Rasen so stark geschädigt, dass eine Sanierung unumgänglich war. Der Rasen sah aus, als sei er von einer Wildschweinrotte heimgesucht worden, wie Landschaftsarchitekt Jörg Sigmund am Dienstag im Gemeinderat sagte. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde eine Statusuntersuchung für das Hauptspielfeld bei der Firma Armbruster aus Stadtbergen in Auftrag gegeben.

Der Blick von außen sollte helfen, die richtige Schlüsse zu ziehen und die entsprechenden Schritte zur Sanierung zu unternehmen. Schon vorher stand fest, dass das Fußballspiel nicht hätte angepfiffen werden dürfen, weil das Spielfeld zu durchnässt war. Für das Gutachten wurden zunächst Dränschlitze freigelegt. Dabei wurde festgestellt, dass die vertikale Entwässerung nicht beeinträchtigt ist. Die Rasentragschicht wurde von Gutachter Georg Armbruster "größtenteils als dicht" beurteilt. Dann wurden vor Ort drei Bodenproben genommen und im Labor bezüglich des Wassergehalts, der Korngrößenverteilung, des Anteils an organischer Substanz, des pH-Werts und des Nährstoffgehalts untersucht. Dabei ergab sich, dass die Rasentragschicht den Anforderungen entspricht. "Der Sportplatz", so Jörg Sigmund, "ist in einem sehr guten Zustand." Er kommt zum Schluss, dass die bisherigen Pflegemaßnahmen der Firma Sportstättenbau Garten-Moser fachgerecht und zufriedenstellend erfolgten. Das Gutachten empfiehlt, den Rasen vier Mal im Jahr zu düngen. Außerdem soll er zu Beginn der Hauptvegetationszeit intensiv vertikutiert werden. Das Vertikutiergut muss entfernt werden. Gleiches gilt für das Mähgut. Zudem besagt das Gutachten dass ein Rasenstriegel zum Einsatz kommen soll zur Vorbeugung von Rasenfilz und zur Verbesserung der Bestockung von Rasengräsern.

Die Pflegearbeiten wurden alsdann neu ausgeschrieben. Der günstigste Bieter war die Firma Garten und Grün aus Sindelfingen zum Angebotspreis von rund 28 000 Euro. "Ich denke", so Bürgermeisterin Annette Bauer, "wir haben eine gute Lösung gefunden." Diesem Urteil mochten sich nicht alle Räte anschließen. FWV-Gemeinderat Dr. Alexander Maisch etwa zeigte sich "schockiert über die Kosten". Er erwartet in Bezug auf die Pflegearbeiten ein Entgegenkommen des TSV Grafenberg, damit die Kosten für die Gemeinde nicht so hoch ausfallen. Laut Jörg Sigmund kann die Gemeinde jederzeit aus dem Mähauftrag aussteigen, sollte sich jemand beim TSV finden, der dies zuverlässig übernimmt. "Doch", so Sigmund weiter, "wenn wir den Platz erhalten wollen, kommen wir um diese Arbeiten nicht herum." SPD-Rat Wolfgang Vöhringer verwies darauf, dass ein Verein dies im Ehrenamt nicht leisten könne. Und Parteikollege Angelo Miotto würde den Platz am liebsten beim kleinsten Regenwetter sperren.

Am Ende wurden die Pflegearbeiten bei sieben Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen vergeben.