Das „Wunder“ ist ein viel zitiertes Wort in der Welt des Popschlagers. Wunder besingen sie alle, von Andrea Berg über Andreas Bourani bis hin zu Wincent Weiss. Aber selten hat sich die Gesellschaft ein Wunder wirklich so gewünscht wie in diesen Zeiten. Corona-Angst, Existenzsorgen, soziale Isolation, abgesagte Veranstaltungen: Vieles davon trifft auch Andreas Welsch aus Pliezhausen hart.

Youtube „Wunder“ von Andreas Charl

Er ist von Beruf Musikproduzent; Werbefachmann und musikalischer Kopf der deutschlandweit bekannten Partyband die „Lollies“. Mit einem befreundeten Sänger hat der Musik-Allrounder jetzt einen Song gegen die Krisenstimmung aufgenommen.

Andreas Charl besingt das Wunder

„Wunder“ heißt die Nummer mit reichlich Groove-Faktor und positiven Text-Botschaften im Disco-Fox-Rhythmus: „Wunder gibt’s nicht, Wunder lebt man, Wunder lassen wir entstehen“, singt Andreas Charl aus Nürnberg. Ein Mann, der sonst bei großen Events als DJ auflegt, aber wegen seiner noch „unverbrauchten Optik“ als Popschlager-Interpret genau der Richtige ist für einen Anti-Krisensong, erzählt Andy Welsch.

Mit den zwischen Metzingen und Mallorca populären Lollies wollte der Produzent die Nummer indessen nicht einspielen: „Wir stehen für Partymusik pur, das passt jetzt einfach nicht“

Eigentlich sollte das Lied ein EM-Song werden

Gepasst hat es dafür zwischen Andy Welsch, seinem Musikerfreund Andreas Charl und den beiden Autoren des „Wunder“-Songs, Jan Laacks (er spielt die Gitarre bei Marianne Rosenberg) und Luca Kaufmann. Schon im Januar landete der Titel auf dem Mischpult des Produzenten in Pliezhausen. Gedacht war das Lied eigentlich als Begleiter zur Fußball-Europameisterschaft im Sommer, frei nach dem Motto „Ein Wunder für Jogi Löw“.

Das Lied beschwört den Zusammenhalt

Dieses Wunder bleibt 2020 aus – aber auf bessere Zeiten dürfen die Musiker ja hoffen. Sie topften den Titel einfach in die Zeit von Corona um. „Das Lied ist eigentlich für die Zeit nach der Krise gedacht“, sagt Andreas Welsch. Es ruft die Wende aus, fordert „ein kollektives Zusammenrücken“ und beschwört das Gemeinsam-sind-wir-stark-Gefühl.

Entsprechend solidarisch werden im Video Bilder von Menschen nebeneinander geschnitten, die sich in Zeiten von Corona bewähren müssen. Mike, der Polizist, Tanja die Zahnärztin, die Gastronomen Babsi und Chris. Der Taxifahrer, der Sänger, der Musikproduzent. Spontan haben die Musikmacher Bekannte aufgefordert, Szenen aus ihrem Alltag per Smartphone zu schicken.

Andreas Welsch modelliert auf der Tonspur

Sie alle grüßen aus nun ihrem Arbeitsumfeld, während Andreas Welsch die Tonspur modelliert: Metallisch flirrende Synthesizer-Fanfaren, Gitarrenriffs und runde Arrangements verbreiten tanzbare Popschlager-Euphorie. Ja, auch das ist wichtig für die Zeit nach der Krise – denn irgendwann öffnen Clubs und Discos wieder.

Wie heißt es doch im Song so schön? „Gute Zeiten, ein neuer Weg, alte Ängste abgelegt.“ Auf Youtube zeigt die Klickrate von „Wunder“ schon steil nach oben. Und gestern freute sich Andy Welsch im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE: „Die ersten Radio-Stationen spielen das Lied schon.“

Was übrigens nicht erstaunt, denn erstens hat der Mann aus dem Neckartal schon bewiesen, dass er Hits schmieden kann: Wir erinnern uns an das Wolfgang-Petry-Remake  „Wahnsinn, Hölle, Hölle“. Und zweitens sind Songs aus der künstlerischen Isolation gerade stark en voge. Auch die Punkband „Die Ärzte“ grüßte kürzlich mit ihrem Corona-Song „Ein Lied für Jetzt“ aus der häuslichen Quarantäne. Der Song geht durch die Decke. Vielleicht folgt bald das „Wunder“.

„Wunder“ von Andreas Charl


Den Video-Link zum Wunder-Song von Andy Welsch und Andreas Charl gibt im Internet unter www.swp.de/metzingen.

Weitere Infos auf der Homepage www. andreas-charl.de (hier gibt es auch die Links zu den Download- und Streamingportalen).