Eine Kommunalwahl ist besonders in kleineren und mittleren Ortschaften und Städten in erster Linie eine Persönlichkeitswahl. Bekanntheitswerte, Freundschaften, Vereinsmitgliedschaften, Berufsgruppen mit direkten Kundenkontakten bestimmen meist mehr die Wahlergebnischancen der Bewerber als deren Parteizugehörigkeit oder deren kommunalpolitisches Engagement. So ist es durchaus zulässig und gängig, dass jemand sein Mandat beim Austritt aus einer Fraktion oder Partei behält.
Die Fraktion der Freien Wähler ist froh darüber, dass der bisherige CDU-Stadtrat sich nicht als fraktionsloser Gemeinderat etablieren will. Demokratie lebt vom Dialog, von gemeinsamem Suchen nach guten Lösungen und damit auch von den auf der politischen Arbeitsebene der Fraktionen gefundenen Kompromissen. Das ist der wesentliche Auftrag, den jede Fraktion zu erfüllen versucht und damit eine erfolgreiche Gemeinderatsarbeit ermöglicht. Vergleichbares gilt für alle Parlamente einer Demokratie. Man stelle sich einmal das wirre Durcheinander vor, wenn in einem Parlament viele oder ausschließlich fraktionslose Abgeordnete säßen.
Weiblen verließ seine seitherige Fraktion nicht im Streit. Er ist ein versierter Gemeinderat mit schon über 20 Jahren Erfahrung. So freut sich die FWV-Fraktion über die Bereicherung durch ihn und hofft darauf, dass das gute Arbeitsverhältnis mit der CDU-Gemeinderatsfraktion ungetrübt fortgesetzt werden kann.
Seine berufliche Erfahrung bleibt dem Gemeinderat ebenso erhalten, wie er sich auch den Bürgerinnen und Bürgern nach wie vor verpflichtet fühlt, die ihn mit 3001 Stimmen gewählt haben.