Immer mehr Familien, auch in Metzingen, leben in prekären Situationen. Durch den Zuzug von Flüchtlingen ist diese Zahl noch gestiegen. Oft kommen sie ohne Hilfe von Dritten zurecht. Darum wird in Metzingen ein „Patenprojekt“ ins Leben gerufen (wir haben berichtet).

Dieses Familien-, Bildungs- und Integrationspatenprojekt wurde am Donnerstag nun auch dem Gemeinderat vorgestellt. Für die Umsetzung gibt es Fördermittel vom Land. Ziel ist es zum einen, ein Netzwerk mit möglichst vielen Akteuren zu gründen. Über dieses Netzwerk werden dann Paten gesucht, die bereit sind, Menschen, die Hilfe brauchen, zu unterstützen. Voraussetzung für die Paten: Sie sollten bereit sein, Lebenserfahrung, Zeit und Engagement zu verschenken. Über das Projekt erhalten sie Schulungen und Unterstützung, denn immer wieder kommen ehrenamtliche Helfer an ihre Grenzen, betonte Sozialamtsleiter Peter Nißle. Außerdem soll gewährleistet sein, dass die Aufgaben und auch der Zeitrahmen der Hilfe festgelegt werden. „Die Initiative ist gut“, lobte Gemeinderätin Cornelia Grantz-Hild. Allerdings sollte die professionelle Hilfe Vorrang haben. Dies wird auch der Fall sein, wie Nißle erklärte, eben dadurch, dass auch Behörden und Einrichtungen eingebunden sind, werde der Bedarf eher erkannt. Auch Bernhard Mohr wünschte dem Projekt ein gutes Gelingen. Allerdings warnte er davor, dass Doppelstrukturen entstehen könnten. Dies werde man vermeiden, versprach Nißle, man sei in regem Kontakt zum Landkreis und allen Initiativen, die helfen.

Dass die Ausbildungen keine weiteren Belastungen, sondern vielmehr Entlastungen bieten, darauf bauen die Initiatoren. Ein bereits vorhandenes, gut funktionierendes Beispiel sei, so Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler, die Hospizbewegung. „Damals hätten wir nicht gedacht, dass so viele die Ausbildung machen.“

Offizieller Start für das Patenprojekt ist übrigens am 7. November im Klosterhof. Beginn ist um 19.30 Uhr mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler. Um 19.45 Uhr hält Professor Gotthilf Hiller einen Impulsvortrag zum Thema Patenschaft. Um 20.15 Uhr stellt Projektleiterin Sabine Jäger-Renner von der Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement  das Projekt vor. Um 20.30 Uhr folgen Erfahrungsberichte aus der Praxis. Um 21 Uhr gibt es eine Abschlussrunde mit Erfahrungsaustausch, Information und Antworten auf Fragen an den Thementischen. mad