Ein Lastwagenfahrer hat in der Nacht auf Sonntag, kurz nach 2 Uhr, an der Kreuzung Paul-Lechler/Auchertstraße einen folgenschweren Unfall gebaut. Er kam aus dem Industriegebiet an der OMV-Tankstelle am Auchtertknoten und bog weder rechts noch links auf die Auchtertstraße ein, sondern überfuhr diese und raste auf der anderen Seite gegen den Bahndamm, wobei sich der schwere Lastzug verkeilte. Zuvor riss er beim rasanten Ritt querfeldein mehrere Verkehrsschilder und eine Straßenlaterne aus der Verankerung, auch einige Bäume mussten dran glauben.

Der erste Notruf, der bei der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst in Reutlingen um 2.24 Uhr auflief, ließ noch vermuten, dass ein Laster in die OMV-Tankstelle gefahren sein. Dies bestätigte sich glücklicherweise nicht, dennoch sprach Metzingens Feuerwehrkommandant Hartmut Holder von einer „Spur der Verwüstung“, die sich an der Einsatzstelle bot. Nachdem der 40-Tonner an der Paul-Lechler-Straße zunächst einen Betonsockel aus seiner Verankerung gerissen hatte, riss an dem schweren Sattelschlepper die Ölwanne auf.

Hinweisschild bohrt sich ins Führerhaus

Auf den nächsten Metern walzte der beladene schwere Laster alles nieder, was sich ihm in den Weg stellte. Verkehrszeichen und ein Lichtmast stellten ebenso wenig ein Hindernis dar, wie etliche Bäume. Ehe die Zugmaschine mit voller Wucht in den Bahndamm krachte und sich dort im 90-Grad-Winkel regelrecht verhakte, bohrte sich noch ein Hinweisschild durchs Führerhaus und stoppte wenige Zentimeter vor dem Beifahrersitz. Beim Eintreffen der Metzinger Feuerwehr war ein Zugang zum Lastwagenfahrer zunächst nicht möglich. Weil der Sattelschlepper sich seinen Weg durch das Unterholz gesucht hatte, versperrten Bäume den Weg zur Fahrerkabine. Diese mussten zuerst mittels Motorkettensägen entfernt werden.

Trucker eingeklemmt

Die Befreiung des Truckers war damit aber noch nicht abgeschlossen. Erst durch den Einsatz der Drehleiter gelang es, den Mann auf sicheren Boden zu bringen. „Einerseits machte uns die Böschung mit mehr als 45 Grad Steigung einen sicheren Stand sehr schwer, zum anderen thronen die Fahrer in ihren Fernverkehrszügen gut und gerne zwei Meter über dem Boden“, so Holder. In der Anfangsphase war außerdem nicht klar, ob eventuell noch ein weiteres Fahrzeug in den Unfall verwickelt ist. „Wrackteile lagen verteilt auf rund hundert Meter genug herum“, so der Feuerwehrkommandant. Weitere negative Einsatzrandbedingungen waren die Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts: Die Reinigung der Straße gestaltete sich äußerst schwierig, zudem kämpften die Einsatzkräfte mit Straßenglätte. Ein interessantes Detail am Rande: Seit 22 Uhr am Samstagabend hätte der vollbeladene Lastzug wegen des Sonntagfahrverbots gar nicht mehr bewegt werden dürfen.

Sonntagfahrverbot nicht eingehalten

Die Metzinger Feuerwehr war mit dem Rüstzug und der Drehleiter sowie rund 25 Einsatzkräften bis zum frühen Morgen im Einsatz. Vor Ort informierte sich neben dem Notfallmanager der Deutschen Bahn auch Kreisbrandmeister Wolfram Auch. Der Rettungsdienst war mit drei Fahrzeugen und einem Notarzt an der Einsatzstelle.

Der 32-Jährige Fahrer wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Zudem konnten die Polizeibeamten vor Ort feststellen, dass der Fahrer unter Alkoholbeeinflussung stand. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von über einem Promille. Bei dem Fahrer wurde daraufhin eine Blutentnahme veranlasst. Vermutlich beträgt der Schaden rund 100 000 Euro.

Feuerwehr im Einsatz

Zum Zeitpunkt des Unfalls fand kein Bahnverkehr statt. Die Kreuzung war bis 06.45 Uhr voll gesperrt. Der Verkehr wurde örtlich umgeleitet. Die Verkehrspolizei Tübingen hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen.