Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat aus privaten Gründen abgesagt. Wir hatten ihn, wie alle anderen Kandidaten der im Landtag vertretenen Parteien aus unserem Verbreitungsgebiet (die Wahlkreise Reutlingen, Hechingen-Münsingen und Nürtingen) eingeladen, um in einem kurzen, von uns erstellten Videoclip einige Fragen zu beantworten und freilich, um Werbung in eigener Sache zu machen.
Denn allen Kandidaten standen 30 Sekunden zur Verfügung, um zu erläutern, warum die Wähler gerade hinter ihrem Namen das Kreuz machen sollen. 30 Sekunden, das hört sich kurz an, doch eine halbe Minute reicht allemal, um einen eindruck von sich abzugeben. Kretschmann also hat gefehlt, doch der Ministerpräsident hat seine Ersatzkandidatin, Stephanie Reinhold, gebeten, ihn zu vertreten. So bleibt der einzige, der in diesem Potpourri der Landespolitik nicht dabei ist, Joachim Steyer (AfD, Hechingen-Münsingen). Er erschien nicht zum Termin.

Bier oder Wein?

Für dieses Format haben wir uns keine allzu schwergewichtigen Themen ausgesucht. Da tauchen Fragen auf, ob jemand ein Bier in der Kneipe dem Rotwein zu Hause vorzieht. Und ja, Bier in der Kneipe hat schon was. Weil es auch von der Sehnsucht genährt wird, die Corona-Lockdowns wären schon bald Vergangenheit.
Solche Entweder-oder-Fragen haben es manchmal in sich, denn wer möchte sich schon zwischen Spätzle und Bratkartoffeln entscheiden müssen? Freilich ist Politik nicht nur lustig, deswegen mussten die Kandidaten auch umstrittene Themen so komprimieren, dass sie in weiteren 30 Sekunden, also mit wenigen Worten, gesagt waren, und Sätze vervollständigen, die so beginnen: „Die Gastroszene ist für Sie …“, oder: „Die Coronapolitik des Landes ist …“, und schließlich „G8 bedeutet für mich ...“.

Bei offenem Fenster

Insgesamt sind die Videoclips gerade mal 60 Sekunden lang. In der Gastronomie würde man sie als kleine Häppchen bezeichnen, als Amuse-Gueule (Gruß aus der Küche). Genau so sind sie auch gemeint. Und weil wir die Hygienevorschriften einhalten mussten, fanden die Drehs bei geöffneten Fenstern statt, da versteht es sich von selbst, dass sich alle kurzfassen wollten. Nicht immer waren alle mit dem ersten Versuch zufrieden, dann erhielten sie die Chance, es ein zweites oder drittes Mal zu probieren.
Meist war aber dann doch die erste Version die beste. Gut vorbereitet waren jedenfalls alle quer durchs politische Spektrum. Die Kandidaten haben also ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist es an den Wählern, dies zu goutieren und am Sonntag zur Wahl zu gehen, sofern sie nicht schon per Briefwahl abgestimmt haben.

Wo die Clips zu sehen sind


Die Antworten der Kandidaten auf unsere Fragen sowie ein kurzes Statement sind zu finden auf unserer Facebook-Seite „swp.neckaralb“. Keine Sorge, die Clips sind Kurz. Allen Kandidaten bleiben gerade mal 60 Sekunden, um sich den potenziellen Wählern zu präsentieren.