Rock-Preis Erster Platz für Razzmattazz

Die Band Razzmattazz hat einen Musikpreis gewonnen. Foto: Privat
Die Band Razzmattazz hat einen Musikpreis gewonnen. Foto: Privat © Foto: Foto: Privat
Metzingen / Angela Steidle 20.12.2016

Wer hat bloß diese ganzen Musiker-Klischees erfunden: Sex, Drogs and Rock’N Roll? Ein Schlagzeuger ohne Freundin ist obdachlos? - „Wenn einer Künstler ist, lebt er mit den Konsequenzen. Zwischen 18 und 26 war alles möglich“, bekennt Vollblutmusiker Tom Schaupp und schiebt sich selbst in die Ecke „kritisches Alter“.

 Die Produktion von Razzmattazz ist ein Kniefall vor der Urmutter des Hardrocks mit Metal-Anleihen und gelegentlich fettem Südstaaten-Groove, dem die Band mit ihrem dritten und stärksten Album „Diggin’ For Gold“ den Spoiler aufmontiert hat. Der legendäre Sound der „Halligalli“-Rocker – so die spanische Rückübersetzung von „Razzmattazz“ – ist geprägt vom satten pumpenden Groove der Rhythmusgruppe und der Naturstimme des Stückeschreibers Tom Schaupp.

Mit Platz Eins beim Rock- und Pop-Preis, aus dem Stand und zum dritten Mal in Folge, sind alle drei seit 2011 selbst produzierten Einspielungen der Band vergoldet. „Das gab’s noch nie in der 34-jährigen Geschichte des Rock- und Pop-Preises“, jubelt Tom Schaupp. „Wir sind als geile Band an den Start gegangen. Das ist schon das Maximum.“ Von Anfang an war der Ritt in der anspruchsvollen semiprofessionellen Liga für den Metzinger Schaupp, Bassmann Tommy Wiegand aus der Schweiz, Wolle Heieck (Rhythmusgitarre) und Drummer Mike Bösinger hochambitioniert. Für letzteren spielen derzeit bis zu sechs Profis aus dem Ersatzpool auf. Bis ein dauerhafter Ersatz gefunden ist.

Die kommenden Singleauskopplungen „Diggin’ For Gold“ und „Back To You“ belegten beim Contest obendrein Platz 1 und 2 als beste Hardrocksongs. „Ass-kickin und Balladen – das verbietet sich eigentlich von selbst“, meint Tom Schaupp. Wobei die größten Iron-Ikonen gerade mit dröseligem Stoff reüssierten. „Back to you ist düster, epochal, cool und sehr aufwendig. Da sind 40 Instrumente drin“, outet Erfinder Tom Schaupp, „All lights on me ist zum Feuerzeugrausholen und Johlen“.

 Johlen könne er heute noch über die „Evolution“ des Metzinger Hardrocks: „Wenn einer das zweite Mal die WM gewonnen hat, bedeutet das noch mehr als beim ersten Mal. Uns bedeutet der dritte erste Preis eine sehr große Anerkennung. Den ersten Preis haben wir gleich nach der Gründung des Projekts ohne professionelle Hilfe und ohne Kenntnis des Musik-Business’ bekommen. Der dritte Preis ist eine echte Qualitätsauszeichnung. Kein Bambi mit Rotem Teppich. Daraus muss man erst was machen.“ Wo sieht sich die Gruppe? – Die Frage ist für Razzmattazz gar nicht so leicht zu beantworten. Schaupp: „Wir sind an einer sehr markanten Stelle angekommen. Als wir vor fünf Jahren gestartet sind, haben wir an jeder Steckdose gespielt, die wir kriegen konnten. Der nächste Schritt in der Band-Evolution waren Clubs mit technischer Ausstattung. Da gehst Du nur noch mit den eigenen Instrumenten hin. Die dritte Stufe in den letzten 15 Monaten: Festivalplätze, Supportauftritte und Vorgruppenslots für bekannte internationale Bands wie Nazareth, Krokus oder Mothers Finest. Wir wissen, dass wir nicht das gleiche Pensum abliefern können wie die Rock- und Metal-Bands auf Tour“, sagt Schaupp, „aber die regelmäßige Wahrnehmung bei den Konzert-Veranstaltern ist wichtig.“

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