Es ist ein großes und ehrgeiziges Projekt, das  Kirchen und Gemeinschaften in Metzingen gemeinsam stemmen wollen. Vom 30. September bis 16. Oktober bieten sie Programm, Vorträge, Kinderveranstaltungen, Gottesdienste, Interviews  und vieles mehr im Zelt bei der Tankstelle Miller an. „Mehr Leben“, so das Motto der Zelttage, brauchen die Menschen in einer auf Produktivität einerseits, auf Spaßgesellschaft andererseits ausgerichteten Welt. Eine Welt, die fragil ist und in der sich trotz sozialer Absicherung immer mehr Menschen unsicher fühlen. Diese Herausforderung wollen die Christen in Metzingen anpacken. Oder besser gesagt: wieder neu anpacken. „Wir wollen Menschen erreichen. Wir wollen ihnen zeigen, dass sie mit Gott Leben haben“, sagt Pfarrer Dieter Schott. Und Helmut Fischer von den Altpietisten betont: „Die Menschen suchen Halt. Und den finden sie nur, wenn eine klare Botschaft weitergegeben wird.“

Gleich mehrere Kirchen und Gemeinschaften ziehen dabei an einem Strang. Neben der Gesamtkirchengemeinde sind der CVJM Metzingen und die Altpietisten mit dabei und als Mitveranstalter auch die DIPM (Deutsche Indianer-Pionier-Mission). Unterstützt werden die Zelttage zudem von den Methodisten und den Baptisten und über den Auftritt der Boni-Kids auch von der katholischen Kirchengemeinde. Zahlreiche Musikgruppen und Chöre werden an den Abenden mit im Zelt sein und auch die gemeinsamen Gottesdienste mitgestalten. Ein Blick ins Programmheft genügt um zu erkennen, dass den Veranstaltern bereits im Vorfeld weit mehr gelungen ist, als nur Zelttage auf die Beine zu stellen: Sie haben ein breites Unterstützerbündnis zwischen den vielfältigen Gruppen und Kirchen geschmiedet. Und das ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit.

Schon seit zwei Jahren wird an den Zelttagen gearbeitet, blicken Pfarrer Dieter Schott, Helmut Fischer und Ernst Messner vom Organisationsteam zurück. Inzwischen stehen bis zu 100 Ehrenamtliche aus allen christlichen Glaubensgemeinschaften in Metzingen bereit, um an den Abenden mit anzupacken. Zwölf Arbeitsgruppen stemmen das Programm und die Organisation, ein Kraftakt für die Beteiligten. Denn geboten werden nicht nur Vortragsabende und Gottesdienste, sondern auch Jugendabende  und täglich ein Kinderprogramm. „Der Spagat ist gelungen, für Männer und Frauen, Kinder, Jugendliche und Senioren ein Programm anzubieten“, blickt Ernst Messner voraus.

Bis zu 500 Besucher fasst das große Zelt, bis zu 300 das kleinere. Doch, sagt Pfarrer Schott, es gehe nicht um die Quantität, sondern um den Einzelnen. „Wir wollen eine einladende Gemeinde sein.“ Dazu gehört auch, dass Bistrotische, Snacks und Getränke für das richtige Ambiente sorgen. „Erfahrungen zeigen, dass Leute lieber ins Zelt kommen als in eine Kirche. Die Hemmschwelle ist wesentlich geringer“, weiß Helmut Fischer. Und er fügt an: „Ich will, dass Metzingen wieder die Botschaft von Jesus erfährt.“

Eine Botschaft, die sehr aktuell ist, gerade angesichts einer enormen Zuwanderung von Flüchtlingen. „Es ist unsere Aufgabe, diese Menschen im christlichen Abendland zu empfangen“, sind Pfarrer Schott, Helmut Fischer und Ernst Messner  überzeugt, weshalb auch das Thema des Fremdseins Teil einer Abendveranstaltung ist. Die Veranstalter wollen ein Zeichen setzen, „dass es unsere Aufgabe ist, diese Menschen mit hineinzunehmen und ihnen einen Platz zu bieten“.

In diesen Tagen werden die Einladungshefte der Zelttage an alle Haushalte in Metzingen, aber auch darüber hinaus verteilt. Gleich die ersten Tage bieten ein sattes Programm: Jugendabende, Erntedankgottesdienst, Familienprogramm und einen Abend mit Schwester Teresa, der derzeit bekanntesten Ordensschwester der Republik.

Metzinger Zelttage vom 30. September bis 16. Oktober

Die Zelttage starten am 30. September und dauern bis 16. Oktober. Das Zelt steht auf dem Areal bei der Tankstelle Miller, an der Stuttgarter Straße.

Jugendabende finden am 30. September und 1. Oktober jeweils ab 17 Uhr statt, am Sonntag, 2. Oktober ein Cross-Point Jugendgottesdienst ab 18 Uhr.

Das Wochenende 2. und 3. Oktober steht tagsüber im Zeichen der Familie, mit Familiengottesdienst zum Erntedank und einem Familientag mit Spielstationen und zahlreichen Aktionen.

Kinderprogramme werden von Montag bis Freitag jeweils ab 15.30 Uhr angeboten: am Samstag, 8. Oktober und am Samstag, 15. Oktober, gibt es zudem ab 9.30 Uhr ein Kinderfrühstück beziehungsweise eine Kinderüberraschung.

Am 10. Oktober wird ein Nachmittag für Leute ab 50+ angeboten.

Spannend wird das Männervesper am Freitag, 7. Oktober: Zum Interview bereiterklärt haben sich Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler und Kohlbergs Bürgermeister Rainer Taigel.

Am Montag, 3. Oktober (Feiertag) ist Schwester Teresa ab 20 Uhr bei der Abendveranstaltung zu Gast, Autorin zahlreicher Bücher und eine der derzeit begehrtesten Rednerinnen in Deutschland.

Die verschiedenen Abendveranstaltungen werden von diversen Rednern gestaltet, von Stefan Mergentahler über Eis van Dijk bis zu Dekan Michael Karwounopoulos.

Der Montag, 10. Oktober, gehört den Frauen: Zu Gast ist am Abend die Autorin Veronika Smoor.

Ein Filmabend findet am Samstag, 15. Oktober, mit dem Filmemacher Bernd Umbreit statt, „Die unverwüstlichen Vier“, lautet der Titel des Streifens.

Alle Infos unter www.zelttage-metzingen.de