Straßensanierung Kirchbergstraße: Keine Einigung, kein Gehweg

Die Kirchbergstraße wird auch nach der Sanierung keinen Gehweg bekommen: Das beschloss nun der Gemeinderat. 
Die Kirchbergstraße wird auch nach der Sanierung keinen Gehweg bekommen: Das beschloss nun der Gemeinderat.  © Foto: Thomas Kiehl
Lonsingen / Alexander Thomys 07.12.2017

St. Johanns Bürgermeister Florian Bauer konnte seinen Ärger nur schlecht unterdrücken, als er seinen Gemeinderäten eine E-Mail vorlas, die Anwohner in der Lonsinger Kirchbergstraße an die Gemeinde geschrieben hatten. Bekanntlich wollte St. Johann die Kirchbergstraße sanieren und zugleich einen Gehweg erstellen – wofür Flächen der Grundstückseigentümer hätten gekauft werden müssen.

In der E-Mail erklärten die Eigentümer nun, nur einen statt eineinhalb Meter Breite für den Gehweg zu „überlassen“ – die Fläche zugleich aber weiter im eigenen Eigentum zu behalten. Außerdem müsse die Gemeinde künftig für den Winterdienst auf diesem Gehweg aufkommen. „Ich bin mit meiner Geduld am Ende“, kommentierte Bauer dies Forderungen der Eigentümer und erinnerte zugleich daran, dass für diese auch eine Räumpflicht gegenüber Fußgängern bestehe, wenn kein Gehweg gebaut wird. Nach aktuellen Normen müsse ein Gehweg mit 1,5 Metern Breite gebaut werden. Mit der Kirche sei man sich dagegen „bis auf Detailfragen“ einig gewesen, sie hätte Flächen für den Gehweg verkauft.

Fakt sei zudem, dass „die Straße gemacht werden muss“, sagte Bauer im Hinblick auf den Zustand der Kirchbergstraße. Den Grundsatzbeschluss hierzu habe der Gemeinderat bereits beschlossen, gemeinsam mit der Sanierung der Poststraße in Bleichstetten. Dabei sollen jeweils auch Kanäle saniert und Leerrohre für den Breitbandausbau verlegt werden.

Das Angebot der Eigentümer überzeugte auch den St. Johanner nicht. „Entweder wir können die benötigten Flächen kaufen und der Winterdienst besteht wie für alle anderen auch, oder wir bauen keinen Gehweg“, befand Günther Hammer. „Da gab es bisher keinen Gehweg, dann tut es das jetzt auch ohne.“ Swen Schober sah dies ebenso: „Der soziale Druck liegt nicht bei der Gemeinde.“ Horst Lamparter sprach sich angesichts der Weigerung zum Grundstücksverkauf ebenfalls für einen Ausbau ohne Gehweg aus, empfahl aber zu prüfen, ob ein solcher nicht auf den Straßenbelag per Streifen markiert werden könne. Siegfried Mutschler sah keine Notwendigkeit mehr für weitere Verhandlungen. „Wir machen die Straße wie bisher und fertig“, so der Gemeinderat. Dazu entschied sich das Gremium einstimmig. Schultes Bauer sprach von einem „klaren Signal“. Er habe bis zuletzt „weiß Gott alles probiert“.