Kelten-Erlebnispfad – das klingt für weniger historisch Interessierte zunächst einmal nicht so aufregend. Tatsächlich verbirgt sich hinter diesem Titel allerdings der modernste Wanderpfad der Region, er wird bis Sommer 2020 im Dreieck zwischen Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler entstehen.

Ausgangspunkt der 6,5 Kilometer langen Tour ist der Parkplatz am Astropfad, weil sich dieser bei Bedarf noch erweitern ließe. Von dort geht es dann auf barrierefreien Wegen zum Burrenhof, wo künftig das Keltenerlebnis-Zentrum stehen soll. Bis dahin bildet dort ein Pavillon mit vielfältigen Erklärungen zum Rundkurs, zur dazugehörenden App und zur Schwäbischen Alb im Allgemeinen den Startpunkt.

Zwischen den Grabhügeln

Station 1 liegt dann zwischen den Grabhügeln, die mitsamt des Totenkults der Kelten auch Thema dieser Station sein werden. An Station 2 geht es an einer Hüle um das Thema „Wasser“ auf der Schwäbischen Alb. Hier können auch andere Landschaften des Biosphärengebietes besprochen und vorgestellt werden. Am nächsten Punkt steht die Landwirtschaft und Ernährung im Mittelpunkt. Weiter geht es zur Station 4, wo keltische Adelsgeschlechter und ihre Gehöfte präsentiert werden. Um die eigentliche Elsachstadt, die größte keltische Siedlung auf dem europäischen Kontinent, geht es am nächsten Pavillon. Das Leben darin wird auch noch an Station 6 im Mittelpunkt stehen. Tor B, eines von vier Zangentoren, die in die Elsachstadt führten, wird an der vorletzten Station gezeigt. An Tor F schließlich wird die Schutzfunktion der Mauern und der natürlichen Lage aufgezeigt. Von dort geht es dann zurück zum Parkplatz.

An allen Stationen werden die Informationen auf bunten Schautafeln, vor allem aber auch interaktiv per App vermittelt. Wer vor Ort den entsprechenden QR-Code einliest, bekommt zahlreiche Funktionen in der App zur Verfügung gestellt. Erklärungen, Filme, Vogelperspektive – der Nutzer kann frei wählen, was er als nächstes abrufen möchte. Das Angebot besteht in zwei Sprachen. Für Kinder gibt es sogar eigene Hotspots innerhalb der App, mit denen die Thematik kindgerecht aufgearbeitet ist. So wird eine Wanderung über den Kelten-Erlebnispfad tatsächlich zu einem Erlebnis für die ganze Familie.

Das Prinzip ist einfach

„Spätestens an der zweiten Station hat jeder Nutzer das einfache Konzept der App verstanden“, ist sich Dr. Gerd Stegmaier, Wissenschaftlicher Leiter des Projekts, sicher. Angst vor der Technik brauche niemand zu haben. 3D-Ansichten (augmented reality), die aus der Landschaft aufs Handy projiziert werden, können auch ohne entsprechende Brille angeschaut werden.

Barrierearme Wege

Der Pfad wird barrierearm sein. Drei Stationen sind nur über einen Feldweg zu erreichen, die Inhalte dieser Stationen werden an anderer Stelle aber nochmal wiedergegeben, sodass niemand auf Einblicke ins keltische Leben verzichten muss. Entlang des Weges werden zudem zahlreiche Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. „Mit den Stationen möchten wir so wenig wie möglich ins Landschaftsbild eingreifen, die Anforderungen an den Natur- und Denkmalschutz sowie an das Biosphärengebiet werden eingehalten“, so Stegmaier.

Die letzte Hürde zum Erlebnispfad genommen


Der Kelten-Erlebnispfad ist mit 400 000 Euro veranschlagt. Da Hülben über das Leader-Programm Fördergelder beantragt hatte, muss die Gemeinde auch die Aufträge vergeben. Dies hat der Gemeinderat getan: Die Erarbeitung der archäologischen Inhalte sowie deren Aufbereitung in Audio und Video geht für gut 82 000 Euro an das „3dmuseum ARCHÄO“ in Lenningen, die Programmierung von App und 3D-Ansichten für 117 000 Euro an „CMC Engineers“ in Hülben.