Alea iacta est – der Würfel ist gefallen. So sagten es die alten Römer. Von den Kelten ist dagegen keine eigene Sprache überliefert. Und doch ist gestern eine wichtige Entscheidung des Landes getroffen worden: „Baden-Württemberg ist Keltenland“ heißt der Slogan, der von Staatssekretärin Petra Olschowski verkündet wurde.

Fünf Kelten-Hotspots im Land

Zunächst soll es landesweit fünf Hotspots als Keltendestinationen geben. Das Landesmuseum Stuttgart, wo die bedeutensten Funde ausgestellt werden, zudem die Heuneburg. Neu ins Landeskonzept aufgenommen werden der Heidengraben, der Ipf bei Bopfingen und das Fürstengrab mit dem Museum Hochdorf.
 Erlebnisfeld Heidengraben Kelten
Erlebnisfeld Heidengraben Kelten
© Foto: Michael Koch
„Wir freuen uns, das kulturhistorische Gut, welches wir auf der Vorderen Alb unsere Heimat nennen dürfen, nunmehr so in Szene zu setzen, wie es für seine Bedeutung auch absolut gerechtfertigt ist“, so die drei Bürgermeister der Heidengraben-Kommunen, Roland Deh aus Grabenstetten, Siegmund Ganser aus Hülben und Roman Weiß aus Erkenbrechtsweiler. Nachdem der Bund im April zwei Millionen Zuschuss aus dem Topf des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zugesagt hatte, folgte gestern das Land mit weiteren 1,75 Millionen. Die zur Umsetzung fehlende Summe teilen sich beteiligten Landkreises und die drei Kommunen. „Die Umsetzung ist gesichert“, jubilieren die Bürgermeister.
Die Freude über die Entscheidung des Landes, den Heidengraben, als einen wichtigen Eckpunkt der Keltenkonzeption des Landes anzusehen, ist riesengroß. Dadurch sehen die Verantwortlichen auf der Vorderen Alb ihre Bemühen als entsprechende Wertschätzung. Nicht nur die finanzielle Unterstützung durch das Land, sondern die tatkräftige Unterstützung bei der Erarbeitung der Planungen und auch die Unterstützung der beiden Regierungspräsidien Stuttgart und Tübingen, sowie der Landkreise Reutlingen und Esslingen, sei von Anfang an bemerkenswert gewesen. „Wir sind froh und dankbar über diese Unterstützung, die unser Projekt in den vergangenen Jahren erfahren hat und freuen uns, die an uns gestellten Erwartungen erfüllen zu können.“

Keltenerlebnispfad wird derzeit gebaut

Was wird nun am Burrenhof, übrigens auf Erkenbrechtsweiler Gemarkung, entstehen? Derzeit wird dort ein Keltenerlebnispfad mit mehreren Stationen zum Leben der Kelten auf der Vorderen Alb errichtet. Dieser soll spätestens im Oktober eröffnet werden. Dieses Projekt wird mit Mitteln der EU und des Landes realisiert.
Das Keltenerlebnisfeld wird dann ab dem kommenden Jahr gebaut und soll zur Jahresmitte 2023 fertig sein. Es handelt  sich um eine interaktive Ausstellung über das rund 1800 Hektar große Oppidum, seiner Zeit die größte keltische Siedlung auf dem europäischen Festland. „Hier werden die Besucher in die Welt der Kelten entführt“ rührt Siegmund Ganser schonmal die Werbetrommel. Im Idealfall werden übrigens zwischen 35000 und 40000 Besucher pro Jahr erwartet.

Aussichtsturm ist geplant

Enthalten in den Plänen ist auch noch ein Aussichtsturm, von dem aus man einen Blick über das Gelände mit Grabhügeln, Wall und Tor werfen kann.
Noch offen ist die Finanzioerung der Infrastruktur des touristischen Anziehungspunktes. So muss etwa der Parkplatz am Astropfad erweitert werden, von wo aus die Besucher zum Erlebnisfeld barrierefrei herüberlaufen können. Auch ein Kreisverkehr an der Kreuzung „Burrenhof“ ist angedacht. „Nachdem nun die Umsetzung gesichtert ist, stehen die weiterführenden Gespräche in den kommenden Monaten an“, signalisiert Roland Deh, dass die Arbeit eigentlich erst richtig beginnt.

Maßstäbe für das ganze Land

Auch die Feinplanung zum eigentlichen Erlebniszentrum nimmt nun mit Volldampf Fahrt auf. Hier werden sich die Fachplaner mit den Details der Umsetzung beschäftigen. „Wir möchten Maßstäbe für die kulturhistorischen Hinterlassenschaften des Landes setzen“, gibt sich Siegmund Ganser keineswegs unbescheiden. Immerhin bekamen die drei Bürgermeister das Lob der Staatssekretärin, dass sie mit ihrem Engagement für den Heidengraben das Keltenkonzept des Landes erst so richtig in Gang gesetzt hätten.