Auch in diesem Jahr gibt es keinen Frühling, der mit frischen Niederschlägen und langsam steigenden Temperaturen das Wachstum begünstigt. Momentan erleben wir im April stattdessen eine extrem verdichtete Blütezeit der Pflanzen, nebeneinander statt nacheinander.

Trockenheit und und geringe Grundwasserreserven

Neben den ungewöhnlich milden Temperaturen und der hohen Sonnenscheindauer steht dahinter die außergewöhnliche Trockenheit. Nach den vorangegangenen Dürrephasen der Vorjahre hat es der winterliche Niederschlag kaum geschafft, die Grundwasservorräte aufzufüllen. Seit dem ersten April wurde an der Wetterstation Metzingen kein Regen mehr aufgezeichnet. In den letzten zehn Jahren gab es im April Regenmengen zwischen 14 und 70 mm.

Wachstum wird gebremst: Folgen für die Natur

Diese Trockenheit wird verstärkt durch die Verdunstungswirkung von Sonne und Wind. So gerät der Austrieb des frischen Laubes nun ins Stocken und die notwendige Energiegewinnung für gesundes Wachstum wird gleich gebremst. In lehmigen Böden zeigen sich tiefreichende Schrumpfrisse, die in den betroffenen Bodenregionen Feinwurzeln abreißen. Doch die Wasseraufnahme findet vornehmlich an diesen Feinwurzeln statt – diese befinden sich bei Bäumen etwa im Traufbereich der Kronen, also auf Höhe der äußersten Astspitzen.

Gießen und bewässern als Mittel der Wahl

Besonders für frisch gepflanzte Gehölze ist eine Bewässerung unumgänglich. Bei Jungbäumen in den ersten Standjahren sollten es zwischen 20 und 40 Liter sein, dieser Vorrat sollte dann für weitere ein bis zwei Wochen reichen. Natürlich brauchen auch die frisch aufgelaufenen Saaten und die Immergrünen Gehölze Wasser, um Schäden abzuwenden. Immergrünen Gehölzen wie Thuja, Buchs oder Eiben helfen einige 10-Liter Gießkannen pro Gehölz schon weiter. Bei Gehölzen ist es besser, seltener, aber dann mehr Wasser zu liefern. Bei flächigen Saaten und im Gemüsebeet sollte die Wassergabe jeden Morgen erfolgen. Hier gilt es zwar täglich, aber wenig Wasser auszubringen.

Tau und nächtlich Nässe begünstigen Pilswachstum

Günstig zum Gießen sind die Morgenstunden, wenn durch den Tau bereits Feuchtigkeit vorhanden ist. Abendliches Gießen ist tendenziell schädlich – nutzt die nächtliche Nässe doch vor allem dem Wachstum von Pilzkrankheiten auf den Pflanzen.

Fragen beantwortet die Grünflächenberatung des Landkreises Reutlingen unter Telefon (0 71 21) 4 80 33 27 oder per E-Mail unter gruenflaechenberatung@kreis-reutlingen.de.