Vier Mal im Jahr gab es bislang einen Krämermarkt in Metzingen. Nun streicht die Stadt den Februartermin, weil sich der Aufwand nicht mehr lohnt. Gleiches gilt für den Februartermin in Neuhausen (wir haben berichtet). Die anderen Krämermarkt-Tage will der Gemeinderat dagegen unangetastet lassen. Zumal dort die Nachfrage wesentlich größer ist.

Betreut werden sowohl die Krämer- als auch die Wochenmärkte in der Sieben-Keltern-Stadt von der Metzingen Marketing und Tourismus GmbH (MMT). Deren Geschäftsführer Jochen Krohmer hatte in seiner Sitzungsvorlage für den Gemeinderat auch die Zukunft des Wochenmarktes auf dem Kelternplatz in den Blick genommen. Sehr zufrieden, so Krohmer, sei er mit dem Samstagstermin. Die Kunden fänden dort ein großes, vielfältiges Angebot an den Ständen der 20 bis 25 Händler. Der Zuspruch sei entsprechend groß, zumal sich der Markt auch zu einem Treffpunkt für die Metzinger entwickelt habe.

Der Wochenmarkt am Mittwoch leide dagegen unter schwindendem Interesse der Kundschaft, weswegen auch Händler abspringen würden. Im Winter zählt Jochen Krohmer mitunter nur fünf bis acht Stände, im Sommer zehn bis zwölf. Falls das Angebot noch dünner werde, fürchte er, dass der Mittwochstermin eines Tages in Frage gestellt werde. Probleme bereiteten den Händlern vor allem die Personalkosten. Diese zu erwirtschaften, werde zunehmend schwierig. Die Ausgaben für einen Stand auf dem Kelternplatz seien hingegen zu vernachlässigen.

Krohmers Aussagen zum Mittwochsmarkt haben unter den Händlern helle Aufregung ausgelöst, sagte Stadtrat Eckart Ruopp (CDU) am Donnerstag im Gemeinderat. „Sie hängen am Mittwochstermin.“ Eine Lösung, wie der Markt attraktiver gestaltet werden könne, hätten sie im Gespräch mit ihm freilich auch nicht präsentieren können.

Ob der Markt am Mittwoch bestehen bleibe, würden die Kunden entscheiden, betonte FDP-Stadtrat Peter Reiff. „Wenn der Markt dann weg ist, ist das Geschrei groß.“ Klaus Rümmelin (Grüne) schlug vor, die Verkaufszeiten am Mittwoch bis 13 Uhr auszudehnen, damit auch Berufstätige nach der Arbeit noch vorbeischauen können. Zu diesem Thema, so Jochen Krohmer, habe die MMT die Händler bereits im vergangenen Jahr befragt. Damals hätten diese die Verlängerung allerdings klar abgelehnt. Die Umfrage könne indessen gerne wiederholt werden.

Keine Pommesbude

Für Ratschläge, wie der Markt belebt werden könne, sei die MMT dankbar, betonte Krohmer. Ideen, Vereine zuzulassen, Kaffee und Kuchen auf dem Markt zu verkaufen oder eine Pommesbude aufzustellen, seien freilich nicht zielführend. Ein Wochenmarkt habe die klare Aufgabe, die Bevölkerung mit frischen Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs zu versorgen. Zu einem gastronomischen Erlebnis solle er dagegen nicht werden.

Teilweise, so Krohmer, habe die Politik der vergangenen Jahre den Trend weg von den Wochenmärkten auch mit verursacht. Die Herstellung von regionalen Produkten sei bewusst gefördert worden, auch um die Landwirtschaft zu stärken. Zu haben seien diese Waren nun direkt bei den Erzeugern sowie zunehmend in den Supermärkten und Discountern.

Das könnte dich auch interessieren: