Metzingen Kein absolutes Nein zur Windkraft in Metzingen

Gänzlich ausgeschlossen ist die Energiegewinnung mittels Windkraft in Metzingen nicht. Foto: dpa
Gänzlich ausgeschlossen ist die Energiegewinnung mittels Windkraft in Metzingen nicht. Foto: dpa
Metzingen / WIELAND LEHMANN 24.05.2012
Mit Michael Krieger von der Firma SoWiTec hatte sich der AKE einen Gast zur energetischen Nutzung der Windkraft eingeladen. Er schloss Windkraftanlagen auch auf Metzinger Gemarkung nicht aus.

1993 wurde der Arbeitskreis Klima und Energie (AKE) gegründet, in diesen 19 Jahren hat sich der AKE zu einer festen und verlässlichen Größe in Sachen Klimawandel und erneuerbare Energiegewinnung für kommunale Entscheidungen entwickelt. Vor allem die Photovoltaikanlagen auf den Metzinger Dächern sind sichtbares Zeichen für den Erfolg der Bemühungen. Vor acht Jahren hat sich der Arbeitskreis bereits schon einmal mit der Nutzung der Windkraft beschäftigt, doch dieser Bereich der erneuerbaren Energien blieb, ob der dafür am Albtrauf und seiner Nähe problematischen Errichtung zunächst im Hintergrund der Überlegungen.

Am Dienstag hatte der Arbeitskreis einen kompetenten Gast zu diesem Thema eingeladen: Michael Krieger, Abteilungsleiter bei SoWiTec aus Sonnenbühl. Diese Firma hatte 1995 den Windpark "Himmelberg" bei Melchingen auf der Schwäbischen Alb errichtet, war also die erste Firma, die Windenergie in Baden-Württemberg in großem Stil nutzte.

Michael Krieger ging von der Entwicklung der Windräder aus, beschrieb die Technik der Windkraftanlagen bis ins Detail, informierte über die Entwicklung von Projekten und ihrer Realisierung, stellte Größenordnungen und Leistungen vor. Baden-Württemberg sei ein "fast jungfräuliches Windkraftland", bemerkte er, führend seien Niedersachsen und Brandenburg.

Krieger kann nur "Grobschätzung" abgeben

Natürlich sind dabei die geografischen Bedingungen und Windgeschwindigkeiten von Bedeutung. Doch auch in unseren Breiten ließe sich der Wind zur Stromerzeugung nutzen. Anhand der Karte eines Windatlas´ veranschaulichte der Fachmann welche Gebiete dafür geeignet sind, welche von vorn herein auszuschließen sind. Er charakterisierte den Albtrauf als "größtes Konfliktpotenzial" und verwies auf die gesetzlichen Grundlagen für den Bau und die Genehmigungsverfahren von der Raumplanung des Landes, der Regionen und schließlich den Gemeinden.

In der Kernzone des Biosphärengebietes sei kein solches Projekt möglich, in den Pflegezonen aber wohl. Naturschutzgebiete würden für einen solchen Bau ausgeschlossen, hinzu kämen Kulturdenkmäler und Landschaftsschutzgebiete.

Immer wieder betonte Michael Krieger dass er nur eine "Grobschätzung" vorstellen könne, dass man auch bei möglichen Standorten mehr ins Detail gehen müsse. Er stellte aber auch klar, dass sich die Vorschriften durch eine neue politische Situation geändert haben, so könne die Gemeinde ihre Gemarkung untersuchen, auch wenn das im Regionalplan anders ausgewiesen sei.

Klaus Rümmelin wollte wissen, ob Bürger solche Projekte befördern könnten. Bürgerbeteiligung sei möglich, antwortete Krieger, man müsse sich dann einen Projektor suchen. Das bedeute wohl kein Nein für eine solche Anlage auf Metzinger Gemarkung, stellte Friedrich Handel fest. Das konnte bestätigt werden. "Sie haben uns heute Abend gefordert", resümierte er, und man könne doch seiner Phantasie freien Lauf lassen. Deutlich wurde nach den Ausführungen Kriegers, dass der Arbeitskreis dieses Thema weiterhin im Auge haben wird, geht es ihm doch in seiner ganzen Arbeit darum, auch jede Möglichkeit zu nutzen, seinem Ziel, den erneuerbaren Energien in ihrer ganzen Breite weiterhin Auftrieb zu geben, weiter zu kommen.

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