Eine solche Geschichte steht nie und nimmer in der Bibel. Da waren sich die Boni-Teens sicher, als ihnen ihre Chorleiterin das Musical „Bathseba“ vorstellte. Die Geschichte hat die jungen Sänger allerdings sofort gefesselt. Sie handelt von Liebe und Verrat, von Leidenschaft und Vergebung. Und sie steht genau so in der Heiligen Schrift, im Buch Samuel, das die Geschichte des israelitischen Königtums schildert.

Das ist starker Tobak

Im Mittelpunkt der Ereignisse stehen Bathseba, die Frau des Soldaten Uria, und König David. Die beiden sind in eine verhängnisvolle Affäre verstrickt. Am Ende scheut David nicht einmal vor Mord zurück, um den Ehebruch zu vertuschen. Ausgerechnet er, der von Gott auserwählte König, der Dichter und Feingeist, der viele der biblischen Psalmen verfasst haben soll. Das ist starker Tobak. Deshalb hat Chorleiterin Anne de Sousa zunächst Hermann Weiß, Pfarrer der St. Bonifatius-Gemeinde, um seine Einschätzung gebeten. Er hatte gegen das Stück nichts einzuwenden, im Gegenteil: „David wird als Mensch gezeigt, der wie alle Menschen Fehler hat. Dennoch wird er von Gott angenommen.“ Das Musical greift nachgerade exemplarisch die uralte Botschaft der Bibel vom barmherzigen Vater auf und bringt sie in modernem Gewand auf die Bühne.

Für die jugendlichen Sänger war ebenfalls schnell klar, dass sie sich anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens an dieses Stück wagen wollen. Zumal sie auch von der Musik begeistert sind. Es gibt viele schnelle, rockige Nummern, dazu kommen Balladen und Countrymelodien. Die Jungs freuen sich zudem auf die Kampfszenen, für die sie sogar Taekwondo  üben, damit das Geschehen auf der Bühne möglichst realistisch wirkt.

Ihren Anfang nimmt die Geschichte mit der Hochzeit von Bathseba mit Uria, dem Soldaten.  Alle gut 40 Boni-Teens stehen dann gemeinsam auf der Bühne, als ausgelassene Festgesellschaft, die zu Ehren des jungen Paares den bekannten 23. Psalm singt und dazu tanzt.

Vier große Rollen waren im Stück zu vergeben, sagt Chorleiterin und Regisseurin Anne de Sousa, alle konnten doppelt besetzt werden. Um die Kostüme haben sich die jungen Sänger, sie sind zwischen zwölf und 21 Jahre alt, selbst gekümmert. Die Gewänder lehnen sich an mittelalterliche Mode an, dabei ließen sich die Akteure auch von der TV-Serie „Game of Thrones“ inspirieren, erzählt Anne de Sousa. „Ich wollte kein Kostümepos auf die Bühne bringen.“ Eine Geschichte, findet sie, wird dann spannend, wenn sie in eine andere Zeit geholt wird.

Fünf Mal wollen die Boni-Teens ihr neues Musical aufführen. Die Premiere am 15. November geht in der Metzinger Bonifatiuskirche über die Bühne, dort, wo die Geschichte des Chores begonnen hat. Die Gruppe ist allerdings längst ökumenisch aufgestellt, „konfessionell sind wir total gemischt“, sagt Anne de Sousa.

Sitzkissen sind erlaubt

Karten für das Musical „Bathseba“ gibt es keine, jeder, der die Sänger live erleben möchte, kann einfach vorbeischauen. „Wer will, darf sich auch ein Sitzkissen mitbringen“, sagt die Chorleiterin lachend, schließlich sind alle Vorstellungen in einer Kirche. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freuen sich die Boni-Teens allerdings.

Unter den rund 40 jugendlichen Sängern sind immerhin drei, die schon von klein auf dabei sind. Begonnen haben sie einst bei den Boni-Kids. Der Chor für die jüngeren Sänger probt derzeit ebenfalls für einen großen Auftritt. Im kommenden Februar wollen die Mädchen und Jungen „Noah und die coole Arche“ aufführen. Die Boni-Teens geben dann die lebendige Kulisse.

Eine Band haben die Boni-Teens übrigens nicht im Einsatz, dafür aber eine besondere Musikerin: eine Geigerin, die demnächst ihren 70. Geburtstag feiert, spielt auf der Hochzeit von Bathseba und Uria ein Ständchen.

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Das Musical wird fünf Mal aufgeführt


Premiere feiert das neue Musical „Bathseba“ der Boni-Teens am Freitag, 15. November, um 19 Uhr in der Metzinger St. Bonifatiuskirche. Der Eintritt ist an allen Tagen frei. Spenden sind erbeten.

Am Samstag, 16. November, treten die Boni-Teens ab 19 Uhr in der evangelischen Kirche in Riederich auf.

Am Sonntag, 17. November, ist das Musical dann ab 17 Uhr in der Friedenskirche in Metzingen zu sehen.

Am Freitag, 22. November, treten die Boni-Teens ab 19 Uhr in der Martinskirche in Pfullingen auf.

Am Samstag, 23. November, folgt die letzte Vorstellung: Ab 19.30 Uhr sind die Boni-Teens in der katholischen Kirche St. Josef, Münsinger Straße, in Bad Urach zu erleben.