Stuttgart/Hohenstein Johannes Schwörer fordert die Regulierung von Brennholz

Frischholz zu verbrennen ist nicht nachhaltig, sagt Johannes Schwörer. Foto: Leister
Frischholz zu verbrennen ist nicht nachhaltig, sagt Johannes Schwörer. Foto: Leister
Stuttgart/Hohenstein / NORBERT LEISTER 06.09.2013
Johannes Schwörer ist nicht nur der Geschäftsführer der gleichnamigen Fertighaus-KG in Oberstetten auf der Alb, sondern auch Präsident des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie (HDH).

"Wir fordern eine konsequente Kaskadennutzung", forderten Präsident Johannes Schwörer und Dirk-Uwe Klaas als HDH-Geschäftsführer während der jährlichen Pressekonferenz zur wirtschaftlichen Situation der Verbandsmitglieder. Was die beiden mit "Kaskadennutzung" meinten? Holz müsse stufenweise und mehrfach genutzt werden: Erst als Baumaterial, verarbeitet in der Möbel-, Parkett- oder Palettenindustrie, und ein paar Jahre später könnten die Produkte als Energieträger ihren Dienst leisten.

Denn: Frischholz zu verbrennen sei alles andere als nachhaltig, wie Schwörer, der Chef der Oberstettener Fertighaus KG, einen Appell an die neue Bundesregierung richtete. Klaas könnte sich eine Quotierung vorstellen, so dass die stoffliche Verwertung im Gegensatz zur Verbrennung mehr Gewicht erhalte. Derzeit werde für einen Raummeter Brennholz rund 70 Euro bezahlt, für Bau- oder Möbelholz hingegen 90 Euro. Der Grund für den höheren Preis sei in der besseren Qualität und im Alter der Bäume zu finden. Aber nicht nur: Mittlerweile werde erwiesenermaßen mehr Holz verbrannt als verbaut. "Das ist ein Skandal und wird dem Wert des nachwachsenden Rohstoffes nicht gerecht", sagte Schwörer. "Holz ist viel zu schade, um als Rauch in die Luft geblasen zu werden."

Während die Betriebe der deutschen Holzindustrie 2012 noch mit einem Plus von rund einem Prozent abgeschlossen hatten, sanken die Gesamtumsätze im ersten Halbjahr 2013 um 2,9 Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro, wie der HDH-Präsident betonte. Der Grund dafür? Vor allem die schlechte konjunkturelle Lage in den Ländern wie Spanien und Portugal sei ausschlaggebend, so Schwörer. Die Möbelindustrie in diesen Staaten leide massiv und habe ein Minus von 30 bis 40 Prozent erleiden müssen. Aus diesem Grund seien auch deutsche Spanplatten vor allem in Spanien deutlich weniger gefragt gewesen.

Im Blick hatte der (ehrenamtliche) HDH-Chef rund 400 deutsche Unternehmen (ein Plus von etwas mehr als einem Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) mit mehr als 50 Beschäftigten: Insgesamt sind dort zurzeit rund 57 400 Mitarbeiter angestellt, was "trotz der negativen konjunkturellen Entwicklung" eine ganz leichte Zunahme bedeute. Finanzielle Einbußen mussten im laufenden Jahr vor allem die Hersteller von Paletten und Holzverpackungen hinnehmen - was besonders mit der Lage in der Maschinenbauindustrie zusammenhänge: "Das ist ja klar: Wenn keine Maschinen gebaut werden, gibt es auch nichts zu verpacken", so Johannes Schwörer. Der Umsatz sank hier um 2,4 Prozent auf etwa 320 Millionen Euro. Noch heftiger traf es "die kleine Sparte Holzveredelung wie die Kork-, Flecht- und Korbwaren": Ein Rückgang von 30 Prozent auf rund 300 Millionen Euro sei aber auch auf das überdurchschnittliche Wachstum 2012 um 20 Prozent zurückzuführen.

Weiter zugelegt hat hingegen Schwörers ureigener Bereich, der Fertighausbau. "Der Nachfragetrend bleibt hier ungebrochen", so der Schwörer-Haus-Geschäftsführer. "Die Zahl der genehmigten Fertighäuser lag mit plus 8,3 Prozent deutlich über dem Durchschnitt anderer Bauweisen." Die Produktion sei damit in dieser Sparte bereits weit bis ins erste Quartal 2014 hinein ausgelastet.