Metzingen Jetzt sind die Sportler in Scharen unterwegs

Metzingen / Michael Koch, Anne Laaß 22.03.2018

Auf die Technik kommt es an, nicht nur beim Joggen, sondern auch beim Nordic Walking. Am Dienstagabend hat die Aktion „Ermstal – da läuft was“ der SÜDWEST PRESSE begonnen. Rund 120 der insgesamt 150 Teilnehmer haben sich trotz des Kälteeinbruches und Schneefall im Otto-Dipper-Stadion in Metzingen eingefunden. Nach einer kurzen Begrüßung der Organisatoren und jeweiligen Trainer ging es nach dem Aufwärmen schon raus auf die Strecke.

Bewaffnet mit ihren Stöcken, teilten sich die Nordic Walker in drei Gruppen auf: Die Anfänger unterrichtete Michaela Bühner, geübte Anfänger übernahm Christine Koch und die Fortgeschrittenen betreute Marianne Friessnig. Während die einen ihre Runden um das Stadion drehten, versuchten die anderen, sich erst einmal an die Technik zu gewöhnen. Ein bisschen nach vorn geneigt gehen, als wäre es windig und bei jedem Schritt die Füße abrollen, merkt Christine Koch immer wieder an. Weiterhin sollte die Koordination mit den Stöcken funktionieren, was zu Beginn für viele nicht leicht ist. Wenn der rechte Stock auf den Boden aufsetzt, sollte es die Ferse des linken Fußes ebenfalls tun. Zudem ist es wichtig, die Hand zu öffnen, wenn der Stock nach hinten geführt wird, nur um ihn dann bei der Bewegung nach vorn wieder zu greifen.

Dabei sollte der Arm so gerade wie möglich sein, also nicht die Ellenbogen einsetzen, sondern das Schultergelenk. Wer diesen Ablauf fließend beherrscht, kann sich dann mühelos mit den Stöcken beim Laufen abstützen und so an Tempo gewinnen. Hin und wieder gibt es aber auch komisch aussehende Übungen, bei denen die Stöcke mal eben nach oben gestreckt werden, um ein Gefühl für die Bewegungen zu bekommen. Und so stöckeln die Nordic Walker Runde um Runde an den Joggern vorbei. Die meisten von ihnen ließen sich trotz des Schnees nicht abhalten und waren letztlich froh, die Couch gegen die Stöcke getauscht zu haben.

Tatsächlich wäre wohl kaum jemand auf die Idee gekommen, am Dienstagabend alleine vor die Tür zu gehen. In der Gruppe aber, da ist geteiltes Leid halbes Leid und so dauerte es gar nicht lange, bis der Fall der Schneeflocken als durchaus schön und romantisch empfunden wurde. Auch bei den Läufern.

Die begaben sich in die Obhut der Trainerschar der TuS-Leichtathleten, die sich zum Auftakt mit neun Übungsleitern um ihre Schützlinge kümmerten. Auch hier gab es drei Unterteilungen von den Anfängern bis zu den trainierten Läufern, die nun zum Teil schon im dritten Jahr bei „Ermstal – da läuft was“ an ihrer Form arbeiten. Wer sich mit dem Joggen noch schwer tat, der drehte seine Runden im Stadion, teils auch im Wechsel gehend und laufend. Dazwischen wurden immer wieder Dehn- und Kräftigungsübungen eingeschoben, sodass sich dem Vernehmen nach am Folgetag auch bei jenen ein leichter Muskelkater eingestellt hatte, die noch nicht gleich mehrere Kilometer abgespult hatten. „Fühlt sich sehr gut an“, gab eine Teilnehmerin am Morgen nach ihrem ersten Training zu Protokoll.

Die Fortgeschrittenen machten sich trotz Dunkelheit und Schneefalls auf, um Teile des Ermstals läuferisch zu erobern. Als sie allerdings an einer steilen Treppe am Fuße des Weinbergs vorbeikamen, wurde der „Ausflug“ unterbrochen, um an den Stufen Koordinations- und Kräftigungsübungen einzuschieben. Danach trabte die Gruppe im Verbund wieder zurück ins Stadion.

Bis Anfang Juli wird zwei Mal in der Woche weiter trainiert. Wer möchte und es sich zutraut, kann dann eine der Strecken beim Ermstal-Marathon absolvieren. Ansonsten geht es aber in erster Linie um die persönliche Fitness und damit um das Wohlempfinden, um Spaß an der Bewegung und in der Gruppe.

Die Trainingszeiten für die Teilnehmer

Zwei Mal pro Woche trainieren sowohl Nordic Walker als auch Jogger bei „Ermstal – da läuft was“ jeweils eine gute Stunde lang, wobei der Blick auf die Uhr zweitrangig ist. Alle zusammen sind immer dienstags ab 19 Uhr im und um das Otto-Dipper-Stadion unterwegs. Die zweite Einheit absolvieren die Nordic Walker immer donnerstags ab 19 Uhr, die Jogger starten mit einem Lauf immer freitags ab 19 Uhr ins Wochenende. Warum die Trennung, fragen einigen Teilnehmer? Weil zu diesen Terminen die meisten Trainer Zeit haben. Trainiert wird übrigens auch in den Ferien, nur am Karfreitag ist Ruhetag.

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