Kohlberg Jahrhundert-Jubel

Der Kirchenchor „Mutmacher“, des Posaunenchors Kohlberg-Kappishäusern, Violinistin Mona Hermanns und die beiden Organisten Moritz Müller und Marc-Aurel Siemon haben gemeinsam ein Jubiläumskonzert gegeben.
Der Kirchenchor „Mutmacher“, des Posaunenchors Kohlberg-Kappishäusern, Violinistin Mona Hermanns und die beiden Organisten Moritz Müller und Marc-Aurel Siemon haben gemeinsam ein Jubiläumskonzert gegeben. © Foto: Nadine Wilmanns
Von Nadine Wilmanns 27.06.2018

Die kleine, gemütliche evangelische Kirche in Kohlberg war am Sonntagabend der perfekte Ort, für das Gemeinschaftskonzert des Kirchenchors „Mutmacher“, des Posaunenchors Kohlberg-Kappishäusern, Violinistin Mona Hermanns und den beiden Organisten Moritz Müller und Marc-Aurel Siemon. Doch die Kirche war nicht nur Kulisse, sondern Hauptsache des Konzertabends: Das Kirchengebäude feiert in diesem Jahr sein 250. Jubiläum. Das Konzert um Organist und Konzertleiter Siemon war ein besonderer Höhepunkt der umfangreichen Veranstaltungsreihe zum Jubiläum.

„Jauchzet dem Herrn alle Welt“, tönte es am Sonntagabend aus der Kirche heraus. Gründe zu jauchzen gebe es viele, etwa, dass Toni Kroos in letzter Minute das Siegertor für die deutsche Fußballmannschaft schoss, so Pfarrer Harald Geyer: „Für uns Christen gibt es allerdings immer einen Grund zum Jubeln – unabhängig davon, ob es ein Tor für Deutschland gibt oder ob es uns gut oder schlecht geht: nämlich der, dass Jesus auferstanden ist.“ An der Stelle, wo seit 250 Jahren die Kohlberger Kirche steht, wurde bereits Jahrhunderte zuvor gesungen und gejubelt. 1645 im Dreißigjährigen Krieg ist die damalige Kirche samt Kohlberg jedoch abgebrannt. „Das Erste, was die Leute tun wollten, war die Kirche so schnell wie möglich wieder aufzubauen“, berichtete Geyer. Daher wurde ein Provisorium, das für die nächsten paar Jahre halten sollte, aufgestellt. Diese paar Jahre dauerten bis 1768. „Dann war das Provisorium so baufällig, dass nun wirklich eine neue Kirche her musste“, erzählte Geyer. Das alte Kirchengebäude wurde abgerissen und die neue, größere Kirche gebaut. Inzwischen ist sie vielfach erweitert, renoviert und modernisiert worden, doch gewisse Elemente, etwa die Westwand der Kirche, seien noch original 1768. „Gott zu loben – auch in Chören, mit Gesang und Instrumenten – das ist bis heute in Kohlberg nicht verstummt und das soll auch so bleiben“, sagte Geyer.

Besonders gerührt waren die Zuhörer vom Musikstück „Highland Cathedral“ des Posaunenchors. „Ich hatte eine turbulente Woche und an der Hauptprobe am Freitag, wurde mir klar, wie viel ich noch erledigen wollte und wie die Zeit mir davon läuft“, erzählte Posaunenchor-Leiter Jochen Leins den Kirchengästen. In dieser Situation habe dieses Musikstück Ruhe und Frieden auf ihn ausgestrahlt – „eine wichtige, segensreiche Erfahrung“, so Leins. Ihm sei bewusst geworden, dass er sich den größten Stress selbst gemacht hatte, da er alles selbst im Griff haben und erledigen wollte, anstatt seine Sorgen abzugeben: „Zu Gott zu kommen, loszulassen und nicht zu denken, wir sind selber groß“, so Leins, daran habe das Lied ihn erinnert.

Auch der Chor „Mutmacher“ sorgte für kräftigen Applaus. Daniela Moll leitet den Chor seit mehr als 20 Jahren – inzwischen sogar ehrenamtlich: Ihr Honorar spendet sie. Ein großes Lob ging auch an Organisator Marc-Aurel Siemon, der die Idee hatte, die Chöre und die Orgel zusammen zu bringen. Bereits als Zehnjähriger habe er in der Kirche an der Orgel geübt. „Wenn abends in der Kirche noch Licht war, wussten wir schon: Der Marc übt noch“, erinnerte sich Geyer. Inzwischen ist Simeon Kirchenmusikstudent in Stuttgart. Geyer sagte: „Da sind wir als Kohlberger Kirchengemeinde natürlich besonders stolz.“

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