Aufmerksamen Zeitungslesern dürfte der mehrmalige Aufruf des Jahrgangs 1944/45 aufgefallen sein, sich am Montag, 16. September, um 13 Uhr an der Glashalle im Kurgebiet zu einem gemeinsamen Spaziergang zu treffen. Anlass hierzu gibt der Besuch von „Holger“. Wir wurden neugierig, haben recherchiert und stießen auf eine Lebensgeschichte, die von Kindheitserinnerungen, Heimatgefühlen und der Verbundenheit zu Bad Urach erzählt.

Kontakt mit schwäbelnden Freunden

„Holger“ heißt mit vollem Namen Holger Carlson und lebt seit 1986 nördlich von Hannover in der Wedemark. Geboren allerdings wurde er am 26. September 1944 in Urach. Sein Vater, ein Berufssoldat,  war zuvor von Hamburg nach Münsingen versetzt worden. Insgesamt verbrachte Carlson 21 Jahre in Urach. Eine Zeit, wie er schreibt, die ihn nachhaltig geprägt habe. Und das, obwohl er in einem hanseatisch geprägten Elternhaus aufwuchs, seine Mutter allzu nahen Kontakt zu schwäbischen Kindern und Nachbarn vermied und zudem darauf achtete, dass das Schwäbeln nicht überhandnahm. Trotzdem fürchtete seine Großmutter, als sie das erste Mal von Hamburg nach Urach kam, ihre beiden Enkel hätten einen Sprachfehler.

Von Urach nach Hamburg

Erst nach seiner Lehre lernte Holger Carlson in der Kantine der Wurstwarenfabrik Haas schwäbische Kost kennen: Linsen mit Spätzle und eine mit Zitrone zubereitete Salatbeilage. 1964 verließ er seinen Geburtsort auf der Suche nach beruflichen Perspektiven. Nach mehreren Stationen landete er schließlich in Hamburg und später in Hannover.

Auch als Vater von zwei Kindern ließen ihn die Erinnerungen an seine Uracher Zeit aber nie los. Trotz der vielen hundert Kilometer Entfernung wuchs die Verbundenheit zu seiner alten Heimat, wie er sagt. Immer wieder führten ihn seine (Urlaubs-)Wege an den Fuß der Schwäbischen Alb. Auf dem Uracher Marktplatz gab es so das eine oder andere Wiedersehen. Auch sonst versuchte er, Kontakte zu ehemaligen Weggefährten zu halten. Vielleicht kommen am 16. September noch ein paar dazu. Denn in einem ist sich Holger Carlson sicher: „Ich will lieber mit zwei Pässen leben. Mit einem deutschen und dem schwäbischen.“

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Reutlingen/Region