Römerstein Jahrelanges Wirken zum Wohl der Gemeinde

Bürgermeister Matthias Winter überreicht Hans Martin Sigel die Ehrenbürgerurkunde der Gemeinde Römerstein.
Bürgermeister Matthias Winter überreicht Hans Martin Sigel die Ehrenbürgerurkunde der Gemeinde Römerstein. © Foto: Gabriele Böhm
Von Gabriele Böhm 21.01.2019

Am Freitagabend fand in der Festhalle eine seltene Ehrung statt. Der Römersteiner Gemeinderat, vertreten durch Bürgermeister Matthias Winter, verlieh Hans Martin Sigel, Bürgermeister von 1975 bis 1999 und bis heute kommunalpolitisch aktiv, die Ehrenbürgerschaft. „Das ist die höchste Auszeichnung, die die Gemeinde zu vergeben hat“, so Winter. Für die musikalische Umrahmung sorgte der viel gelobte Musikverein Zainingen.

Die Feier stieß auf große Resonanz. Winter konnte unter den zahlreich erschienenen Ehrengästen Michael Donth MdB, den ehemaligen Landrat des Landkreises Reutlingen, Dr. Edgar Wais sowie Elke Weiss als Vertreterin von Landrat Thomas Reumann begrüßen. Besonders willkommen hieß Winter Bürgermeister Bernd Laqua von der befreundeten Gemeinde Bennewitz bei Leipzig, der mit einer ganzen Delegation gekommen war. „Es ist leichter, ein Held zu sein, als ein Ehrenmann“, zitierte Winter in seiner Laudatio den Dichter Pirandello. Anders als ein Held, für den eine einzige Glanztat ausreiche, werde Sigel für sein jahrzehntelanges, beispielhaftes Wirken zum Wohl der Gemeinde geehrt. „Die Menschen haben gespürt: Der Bürgermeister nimmt uns ernst und versucht, unsere Probleme zu lösen.“

Er formte eine Einheit

Sigel war der erste Bürgermeister der 1975 aus mehreren Orten neu gegründeten Gemeinde Römerstein. „Ihnen ist es gelungen, daraus eine Einheit zu formen, in der dennoch jede Ortschaft ihre liebenswerten Eigenheiten behalten hat“, sagte Winter. „Vieles, von dem wir heute zehren, was wir fortführen oder worauf wir aufbauen, wurde in Ihrer Amtszeit auf den Weg gebracht.“ Als Beispiele nannte Winter die Erweiterung der damaligen Hauptschule, die Ausweisung der Gewerbe- und Wohngebiete, die Gemeindehallen oder die Investitionen in die Kläranlage. „Alles Zeugnisse für einen schaffigen Schultes.“

Auch habe Sigel 1989 die Gemeindepartnerschaft mit St. Pierre–Montlimart gegründet, „in Zeiten eines sich wandelnden Europas heute aktueller denn je“. Im sächsischen Bennewitz habe Sigel ab 1991 beim Verwaltungsaufbau mitgeholfen. Darüber hinaus sei er seit mehr als 40 Jahren Vorsitzender der Ortsgruppe des DRK und mit seinem geschätzten Kommunalberatungsbüro aktiv. Sehr dankbar sei man auch für den Aufbau eines Nahwärmenetzes in Böhringen, das rund 200 Haushalte, Rathaus, Gemeinschaftsschule, die St. Gallus-Kirche und die Festhalle versorge. Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft solle auch ein Zeichen für alle sein, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagierten. Die Urkunde, die Winter seinem Vorgänger übergab, zeichnet Sigel für „große Sachkunde, Zielstrebigkeit, Fleiß“ und „persönliche Integrität“ aus. Die Gäste ehrten Sigel mit minutenlangen stehenden Ovationen.

Dank überbrachte auch Bürgermeister Laqua aus Bennewitz. „Sie sind mit Schwung an den Aufbau unserer Verwaltung gegangen und haben den Aufbau von Wohngebieten und die Zusammenführung von kleinen Ortschaften unterstützt. Aus kleinen Pflanzen sind starke Bäume geworden.“

Dieter Haubensack, im Aufsichtsrat der Bürgergenossenschaft Neue Energie Römerstein, sprach seinem Vorstandskollegen Sigel ebenfalls Dank und Anerkennung aus. Sigel sei maßgeblich an der Gründung 2013 beteiligt gewesen, die für Ökologie und Effizienz stehe.

Gewählt als „Jungspund“

Hans Martin Sigel dankte für die Ehrung. An seine anwesenden, ehemaligen Mitarbeiter gewandt, sagte er: „Wir waren eine gute, anpackende, harmonische Mannschaft.“ Auch mit den Vereinen, Schulen und Kirche habe es immer eine ertragreiche Zusammenarbeit gegeben.

Als „Jungspund“ von 26 Jahren sei er 1975 mit „überwältigender Mehrheit“ gewählt worden. „Ich habe versucht, die riesigen Aufgaben zu bewältigen.“ Wenn man heute auf den guten Ruf der Gemeinde Römerstein stolz sein könne, sei das „Lohn und Auszeichnung“ genug. Es sei „wunderbar“ gewesen, mit mutigen, entscheidungsfreudigen Gemeinderäten und Ortschaftsvertretern zusammen zu arbeiten.

Sigels Dank galt auch seinen Mitarbeitern sowie seiner Familie und besonders seiner Ehefrau Regina „als meine beste Beraterin“ und Initiatorin beispielsweise der Volkshochschule und der musikalischen Früherziehung. Sigel appellierte, den Ortskern weiter zu entwickeln, „damit wir auch in Zukunft ein lebens- und liebenswertes Römerstein haben“.

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