Die Gemeinde Römerstein will unter dem Motto „Römerstein für alle“ zur inklusiven Gemeinde werden und wird dabei durch die Inklusionskonferenz im Landkreis Reutlingen unterstützt. Im Zuge dieses Prozesses wurde der „Arbeitskreis Barrieren„ (AK) ins Leben gerufen. 2018 hatte Markus Class, Ortsvorsteher von Römerstein-Zainingen und engagiertes AK-Mitglied, die Idee für ein mobiles barrierefreies WC.

Barrierefreie Veranstaltungen möglich

Mit dem mobilen Toiletten-Container können die zahlreichen Veranstaltungen von Vereinen und Gemeinde in Römerstein barrierefrei zugänglich gemacht werden. Zur Nutzung des Sanitärcontainers wird dieser per Radlader an den gewünschten Veranstaltungsort gebracht, organisiert durch die Gemeinde. Für die Umsetzung der Toilette hatte die Gemeinde einen Projektantrag beim europäischen Förderprogramm  „Leader Mittlere Alb“ gestellt und eine Zusage über Mittel aus dem Regionalbudget in Höhe von rund 15 800 Euro erhalten.

Auf dem Bauhof gelagert

Jüngst stellten Römersteins Bürgermeister Matthias Winter und das Leader-Regionalmanagement die barrierefreie Toilette auf dem Bauhof der Gemeinde, wo der Toiletten-Container gelagert ist, vor. Der Bürgermeister inspizierte gemeinsam mit Susanne Blum von der Inklusionskonferenz, dem Kreisbehindertenbeauftragten Tobias Binder, Gemeinderats- und AK-Mitglied Wilhelm Röcker, dem Ortsvorsteher von Böhringen Albrecht Müller, Elisabeth Markwardt vom EU-Förderprogramm sowie Felicitas Merz und Dominik Oberfrank von der Firma Grinbold-Jodag die Tauglichkeit des Sanitärcontainers.

Beitrag zur Teilhabe

Bürgermeister Winter und Wilhelm Röcker berichteten dabei von der Entwicklung der Idee bis zur Umsetzung. „Gerade in heutigen Zeiten, wo uns das Thema Diskriminierung wieder besonders beschäftigt, bin ich sehr stolz auf unseren Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Bisher gab es keine Möglichkeit beispielsweise für Menschen im Rollstuhl, mit Rollator oder sonstigen Geh-Hilfen, an unseren örtlichen Veranstaltungen teilzunehmen und dabei die Verfügbarkeit einer barrierefreien Toilette zu haben“, sagte Winter. In Zusammenarbeit mit Arbeitskreis, Gemeindeverwaltung, Inklusionskonferenz und Leader konnte die mobile barrierefreie Toilette realisiert werden. „Ich freue mich, dass so viele Partner an einem Strang gezogen haben und das Projekt in Zusammenarbeit mit der Firma Grinbold-Jodag so zügig umgesetzt werden konnte“, freut sich Bürgermeister Matthias Winter.

Römerstein ist Vorreiter im Landkreis

Mit der mobilen barrierefreien Toilette werde die Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen gefördert, deren Diskriminierung unterbunden und die gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Bürgermeister Winter freut sich, dass „die Gemeinde Römerstein als erste Kommune im Landkreis Reutlingen ein mobiles barrierefreies WC besitzt.

Gewinner auf allen Seiten

Dies sei ein weiterer Baustein auf dem Weg zur inklusiven Gemeinde und durch die Vernetzung und Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure im Rahmen des Projekts werde gleichzeitig eine inklusive Haltung in der Einwohnerschaft gefördert wie auch das Bewusstsein der Bevölkerung sensibilisiert. Mit dem Toilettencontainer werde zudem die Infrastruktur in Römerstein verbessert, die Gemeinde gewinne an Attraktivität und das soziale Miteinander sowie die örtlichen Vereine würden nachhaltig unterstützt.

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Jahre ist es her, dass Markus Class, Ortsvorsteher von Zainingen, die Idee zu einem barrierefreien Toilettenwagen hatte. Nun wurde er offiziell seiner Bestimmung übergeben.