Metzingen In zwei Wochen beginnt die Mostsaison

Holger Wahl (links) und sein Vater Horst Wahl betreiben in Glems die Moschdade.
Holger Wahl (links) und sein Vater Horst Wahl betreiben in Glems die Moschdade. © Foto: Thomas Kiehl
Glems / Von Peter Kiedaisch 06.08.2018

Das Mosten beginnt in diesem Jahr früh. In Glems sind dafür Horst Wahl und sein Sohn Holger federführend verantwortlich, die für den Obstbauverein die Moschdade in Glems betreiben und die darin stehende Packpresse bedienen. Also fürs Mosten sind sie verantwortlich, nicht für die frühe Ernte.

Gepresst wird samstags, in Ausnahmen auch werktags. Eine telefonische Anmeldung (siehe „Infos zur Moschdade“) ist notwendig, damit es keine langen Wartezeiten gibt. Sieben bis acht Zentner Obst sind in etwa einer halben Stunde gewaschen, gemahlen und gepresst. So lange bleiben die Kunden dabei und können mit eigenen Augen sehen, wie am Ende exakt der Saft aus genau ihrem Obst herausläuft.

Ein urschwäbisches Getränk

Insgeheim hoffen Wahls noch immer auf einen Sinneswandel in der schwäbischen Gastronomie: Es ärgert sie, dass Most ganz selten mal auf der Getränkekarte steht. „Aber das ist ein urschwäbisches Getränk und passt perfekt ins Biosphärengebeit“, sagt Horst Wahl. Kühl getrunken, nimmt es den Durst und erheitert den Geist. Der Konsum von heimischem Apfelsaft oder Most hilft aber vor allem der Natur, denn nur so können all diese wunderbaren Streuobstwiesen erhalten bleiben.

Wer sein Obst zum Mosten vorbeibringen möchte, kann sich bei Horst Wahl unter Telefon (0 71 23) 20 08 12 oder per E-Mail info@moschdade-glems.de

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Infos zur Moschdade

Wer sein Obst zum Mosten vorbeibringen möchte, kann sich bei Horst Wahl unter Telefon (0 71 23) 20 08 12 melden. In dieser Saison ist die Mosterei erstmals am Samstag, 18. August, geöffnet. Mindestmenge sind 50 Kilo Obst. Direkt vor Ort besteht die Möglichkeit, den Saft im sogenannten Bag-in-Box-Verfahren abpacken zu lassen.

Die Glemser Mosterei liegt direkt beim Obstbaumuseum, das in der alten Glemser Kelter entstanden ist. Anlass für die Museumsgründung  war die 750-Jahrfeier des Metzinger Stadtteils.

Der älteste Teil des Museumsgebäudes stammt aus den Jahren 1516 bis 1518. Den Museumsbesuchern sollen historische und fachliche Inhalte rund um den Obstbau vermittelt werden, dank der angrenzenden Mosterei kann auch der Mostbetrieb anschaulich gezeigt werden.  Im Museum gibt es eine Dauerausstellung zu den verschiedensten Themen des Obstbaus. Außerdem gibt es Wechselausstellungen mit aktuellen Themen.

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