Metzingen In den Märzenbechern

Die Albvereins-Senioren auf der Spur des Märzenbechers auf der Ostalb.
Die Albvereins-Senioren auf der Spur des Märzenbechers auf der Ostalb. © Foto: Privat
Metzingen / SWP 11.04.2015
Auch auf der Ostalb gibt es Hänge voller Märzenbecher, die Brenzschleife zwischen dem Kloster Anhausen und Herbrechtingen war deshalb das Ziel der Senioren des Schwäbischen Albvereins Metzingen.

Der Wetterbericht versprach frühlingshaftes Wetter mit Temperaturen bis 20 Grad Celsius, ideale Voraussetzung für eine Frühlingswanderung im Eselsburger Tal, einem Teilstück des Brenztals, bekannt durch die rund 7,5 Kilometer lange Brenzschleife.

Mit dem Bus ging es auf der Autobahn bis Ulm West, dann auf Landstraßen über das Lonetal in die Nähe von Anhausen, dem Start der Wanderung. Das Eselsburger Tal ist bekannt durch viele Kulturdenkmale, wertvollen Zeugnissen aus der Vor- und Frühgeschichte der Menschheit.

Durch archäologische Grabungen nach ersten zufälligen Funden konnte das Leben der steinzeitlichen Menschen vor etwa 14 000 Jahren rekonstruiert werden. Sie hausten in Höhlen und unter Felsüberhängen. Steinwerkzeuge und Tierknochen von Mammut, Höhlenlöwe, Riesenhirsch, Wollnashorn, Wildpferd und Rentier geben Hinweise auf die Jagd und Lebensweise jener Zeit. Die Brenzschleife legt sich um den Buigen, dies ist ein etwa 50 Meter hoher und wenige Kilometer langer Hügel auf dem sich unter anderem der Buigenwall befindet, einst ein großes massiges Baudenkmal aus der Hallstattzeit (750 bis 450 vor Christus), mit geschätzten bis zu neun Meter hohen und zehn Meter dicken Mauern umgeben von einem vier Meter breiten Graben.

Die einstige Funktion des Bauwerks ist nicht mehr bekannt, es war wohl ein Schutzraum gegen Angreifer. Von den Mauern ist heute nur noch ein schräger Wall übrig, die ursprünglichen Dimensionen lassen sich nur noch erahnen. Wie vor Jahren leider üblich, ist die Brenz heute ein weitgehend begradigter Flußabschnitt. Inzwischen ist man aber wieder dabei Bereiche zurückzubauen, so dass vielleicht die alte Mäanderform in absehbarer Zeit wieder entsteht.

Das gesamte Eselsburger Tal ist Teil des Schutzgebiets im Projekt Natur 2000 der Europäischen Union. Die Hänge sind als Bannwald ausgewiesen, dürfen also nicht verändert werden und sind an vielen Stellen fast vom Talgrund bis ganz nach oben dicht mit Märzenbechern bewachsen. Vereinzelt findet sich hier auch wie schon im Wolfstal der zinnoberrote Kelchbecherling.

Nach etwa einem guten Drittel der Wanderstrecke wurde die obligatorische Vesperpause an einer Raststelle der Bergwacht eingelegt. Die Brenzschleife wurde nicht komplett umwandert, ein angenehm ansteigender schmaler Hangweg, beiderseits dicht besäumt mit Leberblümchen, führte zum Scheitel des Hangs, wo die Reste des Buigenwalls liegen. Durch die unbelaubten Bäume war ein schöner Blick in Richtung Eselsburg und das restliche Tal hinab bis nach Herbrechtingen, dem Ziel der Wanderung möglich. Besonders schön sind die gut gepflegten Wacholderheiden an den nicht bewaldeten Hängen.

Der weitere Weg führte nach dem Abstieg entlang der Brenz, vorbei an den auf der gegenüberliegenden Talseite stehenden steinernen Jungfrauen, nach Herbrechtingen.

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