Neuhausen In all den Jahren unermüdlich

Gute Laune zum Abschied (von links): Vereinsvorsitzender Friedemann Salzer Neupensionär Jürgen Böcker und sein Nachfolger bei der MAI, Sven Rauer. Foto: Wieland Lehmann
Gute Laune zum Abschied (von links): Vereinsvorsitzender Friedemann Salzer Neupensionär Jürgen Böcker und sein Nachfolger bei der MAI, Sven Rauer. Foto: Wieland Lehmann
Neuhausen / WIELAND LEHMANN 28.01.2013
Der Gebrauchtwarenmarkt der Metzinger Arbeitsinitiative (MAI) ist längst zu einem festen Begriff geworden. Sein Initiator und langjähriger Geschäftsführer, Jürgen Böcker, wurde am Freitag offiziell verabschiedet.

Es war 1994, als Pfarrer Timmo Hertneck Vertreter der Stadt, der Kirchen und interessierte Bürger zum sozialen runden Tisch einlud. Jürgen Böcker war damals arbeitslos, ihn interessierte das Thema. So entstand die Idee der Metzinger Arbeits-Initiative. Als er mit Dieter Vogel zu Friedemann Salzer kam, um der Idee auch eine feste Basis zu geben, war der zunächst gar nicht so begeistert, wusste er als Chef der Bruderhaus-Diakonie doch um die Schwierigkeiten bei einem solchen Unternehmen. Doch er war bereit, zu helfen und 1996 wurde der Verein gegründet. Zwei Jahre später öffnete der MAI-Markt in der Baracke auf dem ehemaligen Postareal. Aus der anfänglichen Idee, Arbeitslosen Hilfe und Halt zu geben, war ein konkretes Unternehmen geworden, das Arbeit gab. Es war aber nicht nur der Verkauf im Markt selbst, der Arbeit bot, auch Umzugshilfen, Räumungen, Grünpflege, Baudienstleistungen, Abbrucharbeiten, Entsorgung sowie Objektpflege gehören zum Tätigkeitsfeld. Nach mehreren Umzügen fand der Markt sein jetziges Domizil in der Metzinger Straße in Neuhausen.

Unermüdlich, ideenreich und verdienstvoll sind Attribute, die Jürgen Böckers Leistungen in diesen Jahren charakterisieren. Am Freitag wurde er von Friedemann Salzer, seit Oktober Vorsitzender des Vereins der Arbeits-Initiative, in "seinem Markt" offiziell verabschiedet. Beide eint auch die Kooperation mit der Bruderhaus-Diakonie, die in den vergangenen Jahren immer enger wurde. Friedemann Salzer verwies darauf, dass durch die Initiative "viele Schicksale gegangen" seien. Immer sei Jürgen Böcker optimistisch gewesen, habe das Schiff durch viele finanzielle Klippen gesteuert. Natürlich habe immer auch der wirtschaftliche Aspekt eine Rolle gespielt, doch man habe die Perspektive für Menschen, die arbeitslos werden, die in Gefahr sind, aus der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden, und deren psychische Gesundheit nie aus den Augen verloren.

Bei seinem Dank überreichte der Vereinsvorsitzende dem nun einstigen Geschäftsführer einen Korb mit frischen Naturprodukten. Doch an lebensvitalen Vitaminen wird es Jürgen Böcker nach einer solchen Verabschiedung auch weiterhin keinesfalls mangeln. Sein ehrenamtliches Engagement führt er weiter, und er wird nicht nur den neuen Geschäftsführer unterstützen. Seine Tätigkeit habe ihm "viel Spaß" gemacht, sagte er, und er habe damit auch eine "ganz andere Sicht bekommen".

Zugleich mit der Verabschiedung wurde der neue Geschäftsführer, Sven Rauer, der seit dem 1. Januar im Amt ist, offiziell begrüßt. Er ist bei der Bruderhaus-Diakonie angestellt, führt die Geschäfte im Auftrag der MAI, so das Kürzel der Arbeitsinitiative. Auch künftig soll die MAI die Bodenhaftigkeit, die auch bisher nie verloren ging, behalten. Man setze große Erwartungen in ihn, bemerkte Friedemann Salzer. Er betonte zugleich auch die "saubere Abgrenzung" von Bruderhaus-Diakonie und Arbeitsinitiative. Der Verein wirke fördernd, die Mitglieder entscheiden. Man werde sich bemühen, auch neue Sponsoring-Partner zu gewinnen. Und man wird auf einem Weg weiter gehen, dessen Erfolge mit dem Namen Jürgen Böcker untrennbar aufs engste verbunden bleiben.

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