Hülben Imagefilme für das „Bergdorf“

Filmproduzent Frieder Scheiffele (ganz rechts) und die Bauwagen-Jungs aus dem ersten neuen Film.
Filmproduzent Frieder Scheiffele (ganz rechts) und die Bauwagen-Jungs aus dem ersten neuen Film. © Foto: Nadine Wilmanns
Hülben / Nadine Wilmanns 30.06.2018

Hülben wird Drehort einer Kurzfilm-Reihe im Auftrag der Gemeinde. Zeitzeugen sollen im Sinne einer Gesichtssicherung verewigt werden, außerdem will die Albgemeinde ein gutes Image von sich verbreiten.

1958 sei in Hülben ein Filmteam vor Ort gewesen und ganz Hülben rede noch davon, dass die Oma des einen oder Mutter des anderen doch auf dem Film zu sehen war, berichtet Frieder Scheiffele von der Filmproduktionsfirma Schwabenlandfilm. ,,Wir könnten die Idee von 1958 wieder aufgreifen und einen neuen Film machen.“ Oder eben mehrere kleine: Ein erster Kurzfilm ist bereits entstanden, den gab’s für die Gemeinde nämlich zum ,,Schnupperpreis“.

,,Wir wollten in dem Film Jung und Alt zu Wort kommen lassen“, sagt Scheiffele. ,,Daher haben wir die älteste Bürgerin Hülbens interviewt.“ Und: die Jugendlichen, die im Hülbener Bauwagen einen Großteil ihrer Freizeit verbringen. ,,Es ist interessant zu sehen, was für eine Sicht die älteren Mitbürger auf Hülben haben – im Vergleich zu der Jugend von heute im Bauwagen“, sagt Siegmund Ganser. Auch in weiteren Kurzfilmen sollen die Hülbener Bürger in den Hauptrollen sein: Vorgesehen ist, dass eine Reihe von Zeitzeugen zu Wort kommen sollen, um auch eine Gesichtssicherung vorzunehmen. Das kostet allerdings: Für einen Drehtag veranschlagt Schwabenlandfilm rund 7000 Euro. Zwei Kurzfilme müssten nach einem Tag im Kasten sein, doch dann geht die Arbeit für das Produktionsteam erst los: Schnitt, Farb- und Tonkorrektur stehen an, damit aus dem Rohmaterial ein rundes Ganzes wird. ,,Wir könnten zwei Filme pro Haushaltsjahr auf den Weg bringen und hätten dann nach und nach einen Pool aus Kurzfilmen, die wir dann zu einem Gesamtfilm zusammen schneiden könnten“, schlägt Ganser vor. Das sei finanziell tragbar und jederzeit auszusetzen oder zu erweitern.

Der Gemeinderat steht hinter dem Projekt. Bis zur nächsten Sitzung haben die Mitglieder die Hausaufgabe, sich geeignete Themen für künftige Filmchen zu überlegen.  Traditionsreiche Unternehmen am Ort, die Bildungsangebote in Hülben, Landwirtschaft früher und heute, Arbeitsleben oder der Dorfladen wurden vorgeschlagen.

Die Videos können auch gut als Imagefilme für Hülben hergenommen werden, so der Bürgermeister. Die Botschaft ,,Wir leben gern in Hülben“, solle sich als roter Faden durch alle Filme ziehen. Für Hülbener seien die Filme gleichermaßen interessant wie für Menschen, die sich überlegen, nach Hülben zu ziehen. Wenn Letztere sich nach Film Nummer eins tatsächlich in Hülben ein Grundstück kaufen, spricht das auf jeden Fall für Mut: ,,Hülben ist ein eigenbrötlerisches, zuweilen auch störrisches Bergvolk, das der Trunkenheit und der Weiberei nicht abgeneigt ist“, zitiert ein Jugendlicher im Film ein Zitat aus dem Jahr 1278. Doch das lehrt der Film ja auch: Heute ist alles anders.

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