Der Musikverein Neuhausen und seine Kapelle, die „Hofbühlmusikanten“ können stolz auf sich und auf seinen Dirigenten sein, der niemand Anderes als Stadt-, Landes- und stellvertretender Bundesmusikdirektor Bruno Seitz ist. Unter seiner Stabführung sind die Musiker seit 25 Jahren erfolgreich und setzen Maßstäbe in der Blasmusik.

Dafür wurde Bruno Seitz beim Frühjahrskonzert vom Blasmusikverband und vom Verein geehrt. „Bruno Seitz ist ein Glücksfall für die Blasmusik“ brachte der Vorsitzende des Kreisverbands Neckar-Alb, Helmut Vöhringer, die vielen, zum großen Teil auch ehrenamtlichen Funktionen von Seitz auf den Punkt. Der nahm die Ehrung ganz gelassen hin, denn im Mittelpunkt zu stehen ist nicht seine Sache, auch wenn er immer vorne dran an der Kapelle steht. „Von dem Apfelbaum habe ich mehr als von einer Nadel“, so sein pragmatischer Kommentar zum Geschenk des Vereins für seine Obstbaumwiese. Die erste Ernte dürfen die Hofbühlmusikanten probieren, nicht bekannt ist allerdings, ob als Frucht oder in flüssiger Form.

Letztere verwendeten er und Bernd Hettich bei einer kleinen humorvollen Einlage während des Konzertes, um deutlich zu machen, dass Blasmusik durchaus auch volkstümlich und mit Bierlaune verbunden sein kann. Die beiden spielten in Lederhosen gekonnt „schräg“ auf ihren Bassflügelhörnern, so wie halt mancher Ton schon mal nicht hundertprozentig, sondern hochprozentig getroffen wird bei einem Volksfest beispielsweise.

Das wiederum ist nicht Art der Hofbühlmusikanten, die selbst wenn es beim Weinfest oder anderen Gelegenheiten feucht-fröhlich zugeht, noch exakt spielen. Das haben sie bei Bruno Seitz gelernt und machen damit die Stimmung perfekt. Sie treffen immer den richtigen Ton, sei es bei klassischer oder neuzeitlich konzertanter Blasmusik, bei böhmisch-mährischer Polka oder einem Marsch. Alles das gehörte auch zu ihrem vielfältigen Programm beim 51. Frühjahrskonzert in ununterbrochener Reihenfolge, wie Moderator Gerhard Laib erklärte.

Der hat mit seinem Versprecher die Hofbühlmusikanten auch „geadelt“, als er nämlich versehentlich von dem großen Orchester der Stadtkapelle sprach, aber die Stammkapelle der Hofbühlmusikanten meinte. Die spielen nämlich keineswegs im Schatten einer alles überragenden Stadtkapelle, sondern setzen eigene Akzente, zum Beispiel mit ihrer Big Band. Die tritt nur ein Mal im Jahr beim Frühjahrskonzert, ebenfalls unter Leitung von Bruno Seitz auf und brachte dieses Mal Sportstudioatmosphäre in die Stadthalle mit der Erkennungsmelodie der ZDF-Sportsendung. Aber auch ein Udo-Jürgens-Medley und „Don't be that way“ von Benny Goodman bewirkten Beifallstürme des Publikums.

Das sparte auch nicht mit Applaus für die Jugendkapelle unter Leitung von Nadja Jetter und das Vorstufenorchester unter Leitung von Stephanie Mercia, denn beide Orchester ließen hören, dass sie das Fundament für die nächste Generation Hofbühlmusikanten sind. Das gleiche gilt auch für die Bläserklasse, einer Kooperation von Uhlandschule und Musikverein, unter Leitung von Bruno Seitz.