Grafenberg Im Angesicht des Waldes

Im Grafenberger Gemeindewald wird Holz auf der künftigen Trasse der Ortsumfahrung eingeschlagen.
Im Grafenberger Gemeindewald wird Holz auf der künftigen Trasse der Ortsumfahrung eingeschlagen. © Foto: Thomas Kiehl
PETER SWOBODA 18.12.2015
Bei der Enthaltung von Gemeinderat und Förster Thomas Vorwerk hat der Grafenberger Gemeinderat den Nutzungs- und Kulturplan 2016 für den Gemeindewald gebilligt. Geplant ist ein Gewinn von 3500 Euro.

Abgerechnet wird immer am Schluss, heißt es. Das gilt auch für das Forstwirtschaftsjahr 2015. Es war das zweite Jahr des laufenden Forsteinrichtungszeitraums bis 2023. In diesem Zeitraum ist ein durchschnittlicher Einschlag von jährlich 220 Festmeter Holz vorgesehen. So wurde es auch im April des vergangenen Jahres vom Gemeinderat beschlossen.

Die endgültige Bilanz liegt laut Förster Thomas Vorwerk noch nicht vor, weil in den vergangenen Wochen ein Vollernter im Einsatz war, dessen Einschlag an Nadelholz noch nicht verbucht ist. Doch allein an Laubholz wurden 109 Festmeter eingeschlagen. Davon waren 8,4 Festmeter sogenanntes Eichen-Wertholz, was einen Erlös von 3551 Euro erbrachte. Der Gesamterlös aus dem Holzverkauf belief sich Stand 26. November auf 9272 Euro, geplant waren 16 800 Euro.

Die Einnahmen aus der Jagdpacht belaufen sich laut Vorwerk nach Plan auf gut 2700 Euro, die Aufwendungen liegen bei 4335 Euro. Geplant waren 12 200 Euro. Zu den Aufwendungen gehören die Kosten für Holzernte, die Kulturen, die Bestandspflege, die Wegeinstandhaltung, die allgemeinen Kosten für den Forstbetrieb und für die Forstverwaltungskosten.

"Der Markt für Eichenstammholz und Brennholz", so Thomas Vorwerk, "ist weiterhin sehr gut und unbegrenzt aufnahmefähig, das Buchenstammholz wird etwas besser bezahlt als in den vergangenen Jahren, bleibt aber hinter seinem eigentlichen Wert zurück."

Auch in Grafenberg bereitet dem Forst das Eschentriebsterben große Probleme. Acht Prozent des Gemeindewaldes besteht aus Eschen. "Würden diese Waldflächen absterben", so Vorwerk, "wäre das ein erheblicher Wertverlust im Gemeindewald." Der vom Kreisforstamt Reutlingen empfohlene Preis für Buche, Esche, Eiche und Ahorn etwa liegt laut Vorwerk wie im vergangenen Jahr bei 62 Euro pro Festmeter. Dies soll auch für den Verkauf von Brennholz aus dem Gemeindewald gelten. "Holz", so Vorwerk, "bleibt weiterhin ein sehr günstiger Energieträger." Demnach hat ein Festmeter Buchenbrennholz den gleichen Brennwert wie 284 Liter Heizöl.

Im Forstwirtschaftsjahr 2016 ist im Gemeindewald Grafenberg ein Holzeinschlag von 200 Festmeter Laubholz und 20 Festmeter Nadelholz vorgesehen. Bei Letzterem handelt es sich um mitanfallendes Stammholz in Laubholzgrundbeständen. Eingeschlagen wird das Holz im nächsten Jahr in den Gebieten "Kabetsdöbele", "Autmut" und "Oberer Kurleshau". "Alle benannten Bestände liegen auf der Trasse der geplanten Ortsumfahrung der B 313", so Förster Vorwerk. Auf 0,3 Hektar der Kulturflächen müssen noch Arbeiten zur Sicherung derselben gemacht werden. Zur Nachbesserung sind 50 Douglasien vorgesehen. Diese Douglasien sind laut Vorwerk mit Wuchshüllen versehen, die den Verbiss durch Rehwild verhindern sollen. Gleichzeitig haben sie die Funktion eines Minigewächshauses.

Die Einnahmen werden für das Forstjahr 2016 mit 15 500 Euro veranschlagt. Dem stehen Ausgaben in Höhe von 12 000 Euro gegenüber. Einnahmen werden lediglich aus Holzverkauf und Jagdpacht erzielt. Sieht man von der Enthaltung von Förster und Gemeinderat Thomas Vorwerk ab, hat der Gemeinderat den Nutzungs- und Kulturplan einstimmig gebilligt.