Zainingen Hülehock lockt die Besucher in Scharen

Zaininger Senioren unter sich: Bald trifft sich die Runde wieder zur 80er-Feier.
Zaininger Senioren unter sich: Bald trifft sich die Runde wieder zur 80er-Feier. © Foto: Kirsten Oechsner
Zainingen / Kirsten Oechsner 09.07.2018

Das Ambiente und die bewährte Organisation auf professioneller Basis durch die vier Veranstalter sind seit mehr als 40 Jahren ein Garant für den Erfolg. Wenn aber wie am Wochenende das konstant sommerliche Wetter und der WM-Spielplan den Zainingern in die Karten spielen, dann wird Bilanz in Superlativen gezogen: Der diesjährige Hülehock entwickelte sich an beiden Tagen zu einem Besuchermagnet, die Sitzplätze waren schnell vergeben. Und wer einen Logenplatz direkt am Wasser ergattert hatte, gab ihn auch so schnell nicht wieder her.

Alles passt

Kaum zu fassen, hieß es immer wieder bei den vielen ehrenamtlichen Helfern und Stammgästen, so etwas hätten sie selten einmal erlebt: Vom ersten Moment an, als das Fest am Samstag um 16 Uhr offiziell mit dem Fassanstich eröffnet wurde, herrschte ein reges Kommen auf dem Hockareal mitten im Ort. „Wir suchen noch nach einem schönen Platz in der Nähe des Wassers“, erklärte eine junge Mutter gegen 19 Uhr. Letztlich musste sich ihre Familie mit der zweiten Reihe begnügen, doch zufrieden war sie trotzdem: Weil’s beim Hülehock rundherum schön ist. Gleich doppelten Grund zu Freude hatten einige Ur-Zaininger mit ihrem Platz: Direkt am Wasser gelegen, hatten sie zudem einen perfekten Blick auf die Kirche. „Die gehört zum Ort wie die Hüle“, erklärt einer aus der Runde.

Den Hock lassen sich die Senioren trotz des fortgeschrittenen Alters nicht entgehen, gerne mischen sie sich unter die Feiernden: „Wir stimmen uns auf unsere 80er-Feier in zwei Wochen ein“, erzählt der Senior freudestrahlend. Und nach Hause geht’s für die Gruppe noch lange nicht: Selbstverständlich werden die Vorführungen der SV-Tänzerinnen auf dem Floß sowie das Feuerwerk angeschaut.

Der Hülehock ist beliebter Treffpunkt für Cliquen und Ziel für Familienausflüge, Kinder dürfen ausgiebig herumtoben und Teenager flanieren, junge Erwachsene genießen die Drinks an der Bar und Gäste aus dem Großraum Stuttgart das ganz besonderen Flair eines kleinen Dorfes, das ein riesengroßes Fest ausrichtet  – für jeden Geschmack ist etwas geboten. Kulinarisch auf jeden Fall, neben den Hockklassikern vom Grill oder Maultaschen und Schnitzel gab es erstmals mit einer Gemüse-Nudel-Pfanne ein vegetarisches Gericht. Reißenden Absatz fanden auch wieder das Holzofenbrot, die Laugenweckle sowie Zwiebel- und Zuckerkuchen frisch aus dem Backhaus.

Aber auch musikalisch wurden die unterschiedlichen Geschmäcker bedient: Polka und Märsche, Rock, Pop und Helene-Fischer-Songs gehören inzwischen zum Repertoire des Musikvereins Zainingen. Der unterhielt am Samstag die Besucher, zum Auftakt hatten die Jugendgruppen des Musikvereins und des Albvereins gespielt. Am Sonntag übernahmen die Lautertalmusikanten aus Dapfen den Frühschoppen, zum Ausklang des zweitägigen Festes spielte der Musikverein aus Sontheim. Und auch Akkordeonmusik war im Laufe des Festtages zu hören, von den Albvereinlern aus dem Ort.

Musikverein, Albverein, Schützengilde und Sportverein haben einmal mehr gemeinsam ein Fest gestemmt, das für den Zusammenhalt im Ort steht. Die meisten Zaininger kamen zwar nicht zum Feiern, weil sie arbeiten mussten. Genossen haben den Hock aber alle, Einheimische und Gäste: Weil wieder einmal die Stimmung bestens, fast mediterran angehaucht war. Und das, obwohl die Hüle nur ein Gewässer ist und nicht das große Meer.

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