Nürnberg/Kirchentellinsfurt Hoher Spielwert

Eine Schleuder auf Basis einer Mausefalle, mit der Süßigkeiten katapultiert werden können, zeigt Heiner Gramsch von Corvus.
Eine Schleuder auf Basis einer Mausefalle, mit der Süßigkeiten katapultiert werden können, zeigt Heiner Gramsch von Corvus.
HARTMUT HOLDER 02.02.2013
Kindliche Kreativität fördert die Firma Corvus mit ihren Produkten. Egal ob sägen, hämmern oder feilen, für jeden Mini-Handwerker gibt es das richtige Outfit und Werkzeug. Das ist zwar kleiner, aber voll funktionsfähig.

Über Erfolg oder Misserfolg kann manchmal schon ein einziger Buchstabe entscheiden, wie Heiner Gramsch festgestellt hat. Zusammen mit seinem Team hat er auf Basis einer Mausefalle einen Mini-Katapult-Bausatz aus Holz entwickelt, mit dem man beispielsweise Schokoküsse wegschleudern kann. Die Kinder in der Testphase waren begeistert, ein vermeintlich passender Name schnell gefunden: Mini-Mohrenkopf-Katapult sollte der Bausatz getauft werden. Bei der Absicht ist es dann aber geblieben. "Nachdem in unserer Nachbarstadt einen riesen Streit wegen der Mohren-Apotheke ausgebrochen ist, haben wir das M auf der Verpackung spontan mit einem roten X versehen", berichtet Geschäftsführer Heiner Gramsch. "Aus Gründen der politischen Korrektheit und erster Protest unserer Kunden wird der Artikel jetzt in Mini-Ohrenkopf-Katapult Bausatz umbenannt".

Heiner Gramsch sieht die ganze Angelegenheit zwar schwäbisch gelassen, hört die Alarmglocken aber dennoch schrillen. Aus diesem Grund wurde auch die Entwicklung einer weiteren Entwicklung gestoppt. Zwar werden Schupfnudeln in weiten Teilen des Landes immer noch als Bubaspitzla bezeichnet, eine Bubenspitzlespresse wollte Gramsch in Nürnberg dann aber doch nicht präsentieren. "Nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, wir seien Sympathisanten kannibalischer Pädophiler". Da gibt es mit dem Mini-Flaschenzug-Bausatz garantiert keine Probleme, der die Grundregeln der Physik schon den Kleinen plastisch vor Augen führt. Wichtig ist Heiner Gramsch der Spielwert. Kinder sollen auch im Computer-Zeitalter wissen, wozu es beispielsweise einen Hammer oder Feilen gibt.