Denkmal Hohenneuffen bis Ostern gesperrt

So geheimnisvoll und vom Nebel umwabert sieht der Hohenneuffen an Wintertagen aus. Der Zugang ist bis Ende März gesperrt.
So geheimnisvoll und vom Nebel umwabert sieht der Hohenneuffen an Wintertagen aus. Der Zugang ist bis Ende März gesperrt.
Neuffen / swp 09.01.2018

Sobald die Luft klar und trocken ist, pilgern Ausflüger aus dem ganzen Land völkerstromartig zur Burg Hohenneuffen. Wen wundert’s, der „Neuffen“, wie Einheimische das Denkmal nennen, hält nun einmal einen Premium-Fernblick für Wanderer bereit. Und Geschichte lässt sich an jeder Ecke atmen auf der einstigen Festung, die zu den größten Burgen im Südwesten gehört. Doch mit Weitsicht und Weinchen in luftiger Höhe ist nun erst einmal Schluss: Der Weg auf den Hohenneuffen muss dringend saniert werden, teilen die Staatlichen Schlösser und Gärten mit. Deswegen ist die Burg bis zum 29. März nicht zugänglich. Auch die Gastronomie bleibt komplett geschlossen.

Seit Jahresbeginn sind die Bauarbeiter rund um die Festungsruine beschäftigt, so die Burgverwaltung weiter. Die Zufahrt müsse umfassend ausgebessert und gesichert werden. Dabei wird auch die Brückenkonstruktion auf dem Weg zur Ruine saniert – ein  Nadelöhr auf dem Weg hoch in die Festung.

Und wie noch zu der Zeit, als der Hohenneuffen gebaut wurde, gibt es nur einen Zugang zur Ruine. „Wir müssen daher die Burg während der Bauarbeiten schließen“, erklärt Janna Almeida, als Leiterin der Schloss- und Klosterverwaltung Bebenhausen auch für den Hohenneuffen zuständig.

Die Verantwortlichen sperren die gesamte Anlage bis zum Karfreitag. Erst mit Beginn der Frühjahrssaison kann die Burg dann wieder besichtigt werden.

Seit acht Monaten gehört die mächtige Festungsruine am Albtrauf zu den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg (wir haben berichtet). Im April 2017 übernahm der Anbieter im Bereich des Kulturtourismus in Südwestdeutschland die Betreuung des Denkmals. Das zweite Jahr bei den Staatlichen Schlössern und Gärten beginnt nun gleich mit einer Einschränkung für den Publikumsverkehr.

Verantwortlich für die Sanierungsarbeiten zeichnet das Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg mit Sitz in Ludwigsburg. Die Sanierungsfachleute des Bauamtes gehen von einem planmäßigen Verlauf aus. Unter anderem wird dabei ein frostsicherer Spezialmörtel eingesetzt, der zumindest ein Stück Unabhängigkeit vom Winterwetter am Albtrauf gibt. Rchtzeitig zu den Osterfeiertagen soll wieder geöffnet werden.

„Wir sind froh, dass sich diese notwendigen Arbeiten in die besucherschwachen Monate vor dem Beginn der Saison legen lassen“, so Janna Almeida weiter. Am 30. März 2018 öffnet nicht nur die Ruine ihre Tore: Auch die Burggastronomie der Familie Vetter empfängt zum Saisonbeginn wieder Gäste. Für 2018 erwarten die Staatlichen Schlösser und Gärten verstärkte Aufmerksamkeit und mehr Besucher auf der Burgruine. Der Grund: Erstmals ist der Festungsberg am Albtrauf bei allen Marketingmaßnahmen der Organisation dabei. Der erste Schritt in diese Richtung ist die Caravan Motor und Touristik (CMT), die große Tourismusmesse vom 13. bis zum 21. Januar in Stuttgart.

Außerdem werde der Hohenneuffen eine prominente Rolle beim Themenjahr der Staatlichen Schlösser und Gärten spielen, so die Verantwortlichen: „Von Tisch und Tafel“ heißt das Motto 2018, mit zahlreichen Veranstaltungen rund ums historische Essen und Trinken, um Tafelkultur und Fastenzeiten und um Hunger und Überfluss von der Zeit der Römer bis zum Ende der Monarchie vor 100 Jahren

Hohenneuffen: Geschichte und Geschichten

Die Anfänge der Burg Hohenneuffen dürften vor dem Jahr 1100 liegen. Könnten Steine reden, sie würden viele Geschichten erzählen: Von Gottfried von Neuffen etwa, einem der bekanntesten Minnesänger des Mittelalters. Oder von der düsteren Zeit des Hohenneuffen als Landesgefängnis, in dem unter anderem Joseph Süß Oppenheimer, auch bekannt als Jud Süß, eingekerkert war. Einst persönlicher Finanzberater des Herzogs Karl Alexander, sollte Oppenheimer als Opfer eines Justizmordes 1738 in Stuttgart hingerichtet werden.

Schließlich hat die Burg bei der Gründung des Landes Baden-Württemberg eine Rolle gespielt. Auf der Dreiländerkonferenz im Jahr 1948 bereiteten die Teilnehmer aus Baden, Südbaden und Württemberg-Hohenzollern dem Südweststaat den Weg.

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