Im Prozess gegen einen 59-Jährigen wegen falsch deklarierten Mülls wurden am zweiten Verhandlungstag ehemalige Geschäftspartner des Müllmaklers angehört.

Der ehemalige Geschäftsführer, der sich vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Tübingen wegen Betrugs verantworten muss, soll insgesamt mehr als 300 000 Euro abgezweigt haben. Mit ihm steht ein ehemaliger Angestellter der Nürnberger Zweigniederlassung vor Gericht (wir haben berichtet). Beiden wird zudem unerlaubter Umgang mit gefährlichem Müll vorgeworfen.

Die Zeugen legten vor Gericht dar, dass Müll selten vom Verursacher direkt zum Entsorger transportiert wird. Zuständig sind dafür zum einen Containerdienste oder Müllmakler wie die ehemalige Firma der Angeklagten. Diese sind darauf spezialisiert, den richtigen Entsorger für die unterschiedlichen Abfallklassen zu finden. Das Riedericher Unternehmen hatte ein Zertifikat als Entsorgungsfachbetrieb. Wäre dem Zeugen die falsche Deklarierung aufgefallen, hätte er darauf gedrängt, dies zu korrigieren.

Strittig ist nun, ob die Firma des Angeklagten die Deklarierungsnummer 191 209 für Mineralien etwa Bauschutt wie Sand und Steine auch für problematischen Gewerbe-Mischabfall verwendet hat.

Beide Angeklagten haben sich auch am zweiten Verhandlungstag nicht zur Sache geäußert. Die Verhandlung wird am Montag, 21. Januar, am Landgericht Tübingen fortgesetzt.