Zainingen / Angela Steidle  Uhr
1100 Euro, für die keiner laufen musste, gab’s in ökumenischer Verbundenheit vorneweg – am Ende des Spendenlaufes standen unglaubliche 21400 Euro für die Sanierung des Gemeindehauses zu Buche.

Der Zaininger Kindergarten hatte Sponsoren für satte hundert Runden angekündigt, Pfarrer Bernhard Elser von der evangelischen Kirchengemeinde trat für 20 Kilometer oder einen Halbmarathon in die Sneakers und Ortsvorsteher Markus Class als Sponsor schickte kurzerhand seine Frau ins Rennen: „Ich wär da keine große Hilfe. Also: gebt alles und seid motiviert“. Class setzte aus seiner privaten Kasse zusätzlich fünf Cent für jede gelaufene Runde aus. Am Sonntag, Punkt elf Uhr unterm Zaininger Kirchturm, fiel der Startschuss zum Spendenlauf für die Sanierung und Erweiterung des evangelischen Gemeindehauses.

Ein Mammutprojekt im Umfang von rund einer halben Million Euro, das vor fast genau einem Jahr in Angriff genommen wurde. Damit es nicht nochmal so lange dauert, steuerte die katholische Kirchengemeinde St. Josef in Bad Urach einen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro bei. Überreicht von Karl-Heinz Schmidt, Kirchengemeinderat für die „Vordere Alb“.

Sein Amtsvorgänger Franz Gsodam zog zusätzlich einen Umschlag mit hundert Euro aus dem Jackett: Pfarrer Elser hatte jüngst bei einem Rentner-Ausflug im Salzwinkel eine Kostprobe besten „Poetry-Slams“ gegeben. Dafür gab’s jetzt Trinkgeld, das selbstverständlich ebenfalls in die Baustelle fließt. „Dass uns die katholischen Glaubensgeschwister so reichhaltig beschenken, ist ein riesen Zeichen“, freute sich Bernhard Elser.

Begeistert war der evangelische Geistliche auch von der riesigen Beteiligung: „Alle Zaininger Firmen sind als Sponsoren dabei. Dazu Eltern, Omas und Opas, Tanten und Onkel, die ihre Kinder unterstützen.“ Oder einfach selbst mitlaufen. Denn diesmal ging’s vorrangig nicht um die Zeit, die jemand für die 0,44 Kilometer lange Strecke rund ums Gemeindehaus und an der Hüle entlang benötigte, sondern um die Startnummer auf Hemd, Bluse oder T-Shirt. Der Stolz darüber war kaum zu übersehen.

„Gelaufen“ wurde in jeder Gangart: sportlich, Arm in Arm, mit und ohne Stöcke, samt Schwätz und angefeuert von denen, die das Gemeinschaftsereignis finanziell und lautstark unterstützten. Die Organisation des Sportevents stemmten die evangelische Kirchengemeinde und der CVJM Zainingen zusammen mit vielen Freiwilligen.

Insgesamt wurden von den 165 Teilnehmern 2706 Runden gelaufen. 25 Zaininger Firmen und mehr als 50 private Sponsoren unterstützten den Spendenlauf zur Sanierung des evangelischen Gemeindehauses mit insgesamt fast acht Euro pro 440 Meter langer Runde. Nach zwei Stunden stand inklusive Spendenscheck und Einlage des Ortsvorstehers ein sagenhaftes Ergebnis von 21 400 Euro unterm Strich.