Motorrad Heiße Öfen mit drei Breiten Reifen

Glems / RIC SCHUPPE 19.07.2014
Der allgemein bekannte Klang von Zweirädern dröhnte am Vormittag durch Glems. Doch statt der üblichen Bikes, mit zwei Rädern, war eine Gruppe von Fahrern zu sehen, neben denen noch jemand saß.

Einmal im Jahr treffen sich Kunden der Firma Ruko-Fahrzeugtechnik mit ihren Gespannen. In diesem Jahr war der Treffpunkt vor dem "Hirsch" in Glems. Inhaber Walter Dieterle wartete bereits auf die Seitenwagen-Fans.

Verantwortlich für die individuellen Umbauten der Zweiräder ist Rainer Rothweiler. Er ist Inhaber der Metzinger Firma Ruko-Fahrzeugtechnik und Stammkunde bei Walter Dieterle, zu dem es am Abend, nach der Tagestour, zum Essen ging. Übernachtet wurde dann in Lonsingen.

Die Fahrer der Gespanne kommen aus ganz Deutschland, einige auch aus Norwegen, der Schweiz und den Niederlanden. Seit acht Jahren gibt es die Treffen, in jedem Jahr in einem anderen Teil Deutschlands. Die gestrige Tour führte um die 200 Kilometer durchs Lautertal und über die Schwäbische Alb. Heute geht es Richtung Zollernalb. Vornweg fährt Franz-Bernd Sautter, der das Treffen organisiert hat und die Touren leitet.

Bereift sind die Gespanne mit, für Motorradverhältnisse, breiten Reifen, die normalerweise bei Autos Verwendung finden. Jedes der Modelle ist individuell, da Rainer Rothweiler an jedes Motorrad einen Seitenwagen bauen kann und die Teile entsprechend anpassen muss. Dies dauert jedoch seine Zeit: Um die drei bis sechs Monate, je nach Auftragslage, werden benötigt, um die individuellen Kundenwünsche umzusetzen. In einigen der Seitenwagen haben zwei Personen Platz, so können auch die kleinen Gespann-Fans im Kindersitz mitfahren. Es gibt sogar Seitenwagen-Anbauten für Menschen mit Handicap, damit zum Beispiel auch der Rollstuhl Platz hat und der Einstieg für Menschen mit einer Behinderung erleichtert wird.

Die Kosten für einen solchen Motorradgespann-Anbau sind so individuell wie die Fahrzeuge selbst und abhängig von den Kundenwünschen. Mehrere zehntausend Euro werden jedoch fällig, damit beim Motorradfahren noch jemand nebenan sitzen kann.

Walter Dieterle hat selbst kein Motorradgespann, aber eine schon etwas in die Jahre gekommene Kawasaki, mit der er in diesem Jahr mit seinem Sohn nach England zu einem Festival fahren will. Im Gespann von Franz Bernd Sautter hat Walter Dieterle für das Foto gern Platz genommen und freut sich, wenn die Gruppe am Abend zu ihm kommt. Dann gibt es, nach den schwäbischen Gerichten, auch Live-Musik, die er selbst mit der Gitarre und seiner Stimme darbietet. Geld für ein Motorradgespann würde Walter Dieterle eher nicht ausgeben, dafür aber für neue Gitarren, die unter Umständen auch mehrere tausend Euro kosten können. "Jeder hat andere Hobbys, aber das Geld gibt man am Ende immer aus", sagt er.

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