Ermstal Heiße Jobs in heißen Tagen

Wasser / Von Christina Hölz 03.08.2018

Wasser – der Mann braucht einfach Wasser. Am besten flaschenweise, bevorzugt eisgekühlt. Wer will denn schon am heißen Pizzaofen stehen, wenn die Hitze aus allen Ecken faucht? Der Metzinger Restaurantbetreiber Pasquale Mazzaro und seine Pizzabäcker haben keine andere Wahl. Essen wollen die Gäste auch, wenn das Thermometer die 35-Grad-Marke überschritten hat. Auch, wenn dann die wenigsten die extra-scharfe Diavolo-Variante des Teigfladens bestellen. Doch ob Bäcker, Straßenbauer oder Mitarbeiter  in den Produktionshallen: Sie alle benötigen dieser Tage reichlich viel Durchhaltevermögen.

Bleiben wir mal im Bäckereifach. Bis auf 240 Grad Wärme heizen sich die Öfen in den Backstuben der Bäckerei Mayer auf, wenn die Handwerker dort Brezeln und Hefezopf einschieben, sagt Benjamin Goldhahn, Assistent der Geschäftsleitung beim Mittelständler in Kohlberg. Unvorstellbar so ein Arbeitsplatz in Zeiten der sommerlichen Freiluftsauna. Das Gute am heißen Job: Die Bäcker arbeiten durchweg nachts. „Um acht Uhr morgens werden die Öfen ausgeschaltet.“

Von der Tageshitze bleiben die Mitarbeiter so zwar verschont, allerdings sind derzeit auch die Nächte ein tropisches Intermezzo. Und wegen des Wetters hat sich auch das Programm in den Backstuben geändert. „Wir haben die Produktion von Sahnetorten etwas heruntergefahren“, erklärt Benjamin Goldhahn weiter. Die übrigen Kuchen mit fluffiger Masse obenauf werden sofort in eine Thermobox mit Kühl-Akkus verstaut, damit sie heil in einer der 42 Filialen ankommen. Und apropos Filialen: In allen neueren Geschäften der Bäckerei gehöre eine Klimaanlage seit Jahren zur Grundausstattung, so der Firmensprecher. Schließlich haben auch Verkäuferinnen zwischen Seelen aufbacken und Butterbrezeln schmieren einen durchaus schweißtreibenden Alltag.

Ganz zu schweigen von den Kollegen, die beim Dettinger Automobilzulieferer Elring-Klinger die Produktion am Laufen halten. Wer einmal bei Bikini-Wetter an großen Maschinen stand, weiß, was das heißt. Mit dieser Woche haben die Elring-Verantwortlichen deshalb für die Kollegen der Früh- und Spätschicht so genannte „Entwärmungspausen“ eingeführt, erklärt Konzernsprecher Peter Renz.

Was das heißt? Ab einer Außentemperatur von mindestens  30 Grad können Produktionsmitarbeiter nun eine zusätzliche 15-minütige Pause zur Abkühlung einlegen. Die Pause soll zum Rückzug in einen klimatisierten Firmenbereich (etwa die Aufenthaltsräume) genützt werden. Wasser stellt der Betrieb den Mitarbeitern den Produktionsbereichen derzeit kostenlos zur Verfügung. Diese Regeln gelten für den gesamten Standort Dettingen, und zwar bis zum 5. August. Sollte es hitzig bleiben, wird neu darüber entschieden, ob die Sonderpausen fortgesetzt werden.

Büro-Beschäftigte arbeiten beim größten Dettinger Arbeitgeber in klimatisierten Räumen, so Peter Renz. „Hier lässt sich die Hitze recht gut ertragen.“

Einen heißen Job hat derzeit auch Salvatore de Rose, Bademeister im Dettinger Freibad. Er freut sich dieser Tage aber über wahre Rekordmarken, die das Bad verzeichnet: Zuletzt kamen zwischen 2300 und 2500 Schwimmgäste pro Tag. „Das sind für uns absolute Spitzenwerte.“

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Ab einer Außentemperatur von 30 Grad dürfen die Mitarbeiter in der Produktion des Automobilizulieferers Elring-Klinger so genannte Entwärmungspausen einlegen.

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