Glems Hat eine Zigarettenkippe den Brand ausgelöst?

Experten der Kriminalpolizei haben gestern die Ermittlungen am Brandort aufgenommen. Derzeit gehen sie von fahrlässiger Brandstiftung aus. Das Haus in den Glemser Wasserwiesen ist im Augenblick nicht mehr bewohnbar.
Experten der Kriminalpolizei haben gestern die Ermittlungen am Brandort aufgenommen. Derzeit gehen sie von fahrlässiger Brandstiftung aus. Das Haus in den Glemser Wasserwiesen ist im Augenblick nicht mehr bewohnbar. © Foto: Thomas Kiehl
Glems / Regine Lotterer 15.09.2017

Fahrlässige Brandstiftung könnte nach ersten Erkenntnissen der Kriminalpolizei die Ursache für den Brand in einem Mehrfamilienhaus am Mittwoch in den Glemser Wasserwiesen gewesen sein. Das Feuer, so die Polizei, dürfte oberhalb eines Balkons in mehreren Metern Höhe ausgebrochen sein. Ein technischer Defekt könne allerdings ausgeschlossen werden, hieß es gestern in einer Pressemitteilung. Unter Umständen sei der Brand durch eine achtlos weggeworfene und durch den starken Wind hochgewirbelte Zigarettenkippe ausgelöst worden. Heftige Böen hatten das Feuer Mittwochnacht immer weiter angefacht, wie Metzingens Feuerwehrkommandant Hartmut Holder schildert. Als die Feuerwehr gegen 21.50 Uhr zum Brandort ausrückte, loderten bereits Flammen aus dem Dach des Mehrfamilienhauses. Zudem bestand die Gefahr, dass sich das Feuer noch auf ein angrenzendes Motel ausbreitet. Das konnten die Einsatzkräfte, darunter 40 Mann der Feuerwehrabteilung Stadtmitte und 20 der Abteilung Glems, jedoch dank ihres schnellen Eingreifens verhindern.

Die 16 Motelgäste mussten das Gebäude jedoch wegen der starken Rauchentwicklung verlassen. Sie verbrachten die Nacht auf Notbetten in der Otto-Single-Halle. Am Donnerstag konnten sie in ihre Zimmer zurückkehren. Die fünf Bewohner des brennenden Mehrfamilienhauses konnten das Gebäude unverletzt verlassen, sie hatten lediglich geringe Mengen Rauchgas eingeatmet. In ihr altes Zuhause können sie aber momentan nicht zurück. Übergangsweise sind vier Personen im benachbarten Motel untergekommen, das keinen Schaden genommen hat. Ein Bewohner kann in eine städtische Wohnung einziehen, die bereits über eine Grundausstattung verfügt, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Denn was vom Hab und Gut der Hausbewohner noch brauchbar ist, muss sich noch zeigen. Metzingens Feuerwehrkommandant formuliert es so: „Das Gebäude ist wohl ein Totalverlust.“

Stundenlang, schildert Holder, haben die Feuerwehrleute mühevoll versucht, den Brand im Dachstuhl in den Griff zu bekommen. Dabei kam auch eine Drehleiter zum Einsatz, dennoch fraßen sich die Flammen immer weiter durch die Isolierung des Daches sowie durch eine Holzverkleidung. Deshalb entschloss sich Hartmut Holder schließlich, einen Bagger einzusetzen, um Dachziegel und Teile der Verkleidung zu entfernen, damit die Feuerwehr die Flammen besser bekämpfen konnte. „Ansonsten hätten wir das Dach von Innen mit Sägen öffnen müssen.“ Der Baggereinsatz beschädigte indessen auch eine Seitenwand der zum großen Teil aus Holz bestehenden Hausfassade.

Der verursachte Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen der Fachleute zwischen 200 000 und 300 000 Euro. Zum Einsatzort geeilt waren außer der Feuerwehr auch der Rettungsdienst sowie Vertreter des Metzinger Roten Kreuzes. Zudem verschafften sich Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler, Ordnungsamtsleiter Albrecht Gaiser sowie Kreisbrandmeister Wolfram Auch noch in der Nacht ein Bild von der Situation.