Grafenberg Grundschüler werden Teil einer Zirkusfamilie

Grafenberg / Philipp Steyer-Ege 30.06.2018

Die Wiese in Grafenberg voller Wohnwagen wirkt, als würde dort ein Zirkus wohnen. Für diese Woche ist es tatsächlich der Fall gewesen. Voller Vorfreude trafen sich einige Grundschüler bereits am Montagnachmittag, um zuzusehen, wie das gewaltige Zelt auf ihrem Schulhof aufgestellt wurde.

Alexander Riedesel und seine Artistenfamilie vom Projektzirkus Piccolo betreuen die Grundschüler und bringen ihnen so einige Kunststücke bei. Ob die Kinder dabei lieber mit Bällen, Tüchern oder Tellern jonglieren, auf dem Trapez beweisen, dass sie keine Höhenangst haben, oder als Clown die Manege unsicher machen. All das konnten sie am Dienstag statt des Unterrichts austesten. Denn ab Mittwoch hieß es für die Nachwuchsartisten: Festlegen und fleißig für die große Aufführung am Samstag um 15 Uhr üben. Für die Schüler ist die jährliche Projektwoche keineswegs unbekannt. Allerdings ist der Zirkus zum ersten Mal zu Besuch in Grafenberg und somit für Lehrer und Schüler ein gleichermaßen großes Spektakel. Ob der Zirkus ein fester Bestandteil des Projektzyklus wird, kann Schulleiterin Anke Krohnke jetzt noch nicht sagen. Sie betonte aber, dass es eine besondere und einmalige pädagogische Chance für die Kinder sei, ihr Selbstvertrauen zu stärken und zu zeigen, was sie können. Zwar sei die artistische Betreuung nicht kostenlos, aber dank Spenden konnte das Projekt verwirklicht werden. In den kommenden Schuljahren werden sich aber vor allem Projekte in Natur und Theater abwechseln, damit jede Schülergeneration sie auch miterleben kann, erklärt Krohnke.

Motivierte Grundschüler

Und das große Zelt sorgt bei den Schülern für eine besonders außergewöhnliche Atmosphäre und steigert Vorfreude, Aufregung und Motivation beim Üben. So können sie Vertrauen in ihr eigenes Können aufbauen, eine Gemeinschaft bilden und für eine Woche ein waschechter Teil der Zirkusfamilie werden.

Wie Lorenzo Heen, einer der Artisten, der den Kindern unter anderem das Jonglieren beibringt. Er erklärt, dass der Zirkus in den vergangenen Jahren immer mehr in Verruf geraten ist. Gerade deshalb sei ein Programmzirkus eine tolle Alternative. Außerdem habe der Zirkus schon seit jeher Kinder aus dem Publikum in die Manege geholt, und sie so zu einem aktiven Teil der Vorstellung gemacht. Außerdem liebe er es einfach, mit begeisterten und motivierten Kindern zu arbeiten. Auch die Grafenberger seien hier keine Ausnahme.

Das bestätigen auch die Schüler der zweiten und dritten Klasse: Es macht großen Spaß, ist eine tolle Abwechslung, aber etwas Lampenfieber bleibt. „Wir wollen lieber eine Sache gut machen“, verraten einige Kinder, die sich beim Jonglieren beweisen.

Die Organisation des diesjährigen Projektes ist für die Lehrer wesentlich angenehmer gewesen: „Für ein Musical beginnen wir schon im Herbst, die Kostüme zu nähen“, verrät die Schulleiterin. Hilfe gibt es auch von den Eltern. Am Samstag, wenn den Kindern vor lauter Lampenfieber vermutlich der Magen knurren wird, sorgen die Eltern für das Essen und einer Gala würdiges Büfett.

Schülergala im Zelt

Am heutigen Samstag werden die Grundschüler um 15 Uhr zeigen, was sie in den vergangenen Tagen gelernt haben. Zudem wird es eine Spendenübergabe geben.

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