Dettingen Grüne Lunge in Dettingen

Die „Grünen Lungen“ im Dettinger Ortskern sind schützenswert, da ist sich der Gemeinderat einig. Nun wird wieder über die Abgrenzungen diskutiert.
Die „Grünen Lungen“ im Dettinger Ortskern sind schützenswert, da ist sich der Gemeinderat einig. Nun wird wieder über die Abgrenzungen diskutiert. © Foto: Kirsten Oechsner
Dettingen / Cirsten Oechsner 05.07.2018

Der Ortskern von Dettingen ist geprägt von neun so genannten „Grünen Lungen“ in einer Gesamtgröße von gut sechs Hektar. Vielfach befinden sie sich nicht einsehbar für die Öffentlichkeit hinter dicht bebauten Häuserzeilen. Um die innerörtlichen Freiflächen mit Wiesen, Obstbäumen und Nutzgärten zu sichern, möchte die Gemeinde eine Rechtsgrundlage schaffen.

Die ursprünglichen Abgrenzungen des Bebauungsplans „Netzwerk Grüne Lunge“ wurden jedoch wegen fehlender Nachvollziehbarkeit erheblich kritisiert. Nun wurde dem Technischen Ausschuss eine überarbeitete Variante vorgelegt. Bei der öffentlichen Vorstellung der Pläne im vergangenen Sommer wurde eines deutlich: Die Kriterien der Abgrenzung waren den betroffenen Dettingern zu undeutlich, es wurde vor allem die fehlende Nachvollziehbarkeit der geplanten Geltungsbereiche bemängelt.

Die Vorschläge stießen vielfach auf Unverständnis, da laut Stellungnahmen einzelne Grundstücke in ihrer baulichen Entwicklung begünstigt und andere entsprechend benachteiligt seien und auch die einzelnen „Grünen Lungen“ unterschiedlich behandelt würden. Aufgabe für das Büro Pustal aus Pfullingen war es nun, nachvollziehbare Abgrenzungskriterien zu finden.

In enger Zusammenarbeit mit dem inzwischen ausgeschiedenen Hauptamtsleiter Ralf Barth wurde auch eine Lösung gefunden: Die Grenze der Geltungsbereiche läuft laut Entwurf mit einem Abstand von 2,50 Meter entlang des rückwärtigen Gebäudebestands. Mit der neuen Variante vergrößert sich der Bereich der „Grünen Lungen“ im Vergleich zum ersten Entwurf erheblich – zwischen 20 und 40 Prozent je Areal. Und so, Planerin Professorin Waltraud Pustal, weiter: „Dadurch entstehen viele eckige Gebilde.“

Die habe man mit der ersten Fassung vermeiden wollen, und zwar zugunsten einer geraden Linienführung. Im ersten Entwurf seien, so der „Freie Wähler“  Martin Salzer, die Grenzziehungen der einzelnen „Grünen Lungen“ in der Tat nicht zu verstehen gewesen.

Auch Uwe Serway von der Unabhängigen Liste sprach von nicht nach zu vollziehbaren Abgrenzungen, aber: „Ich bin erschrocken, dass nur ein Abstand von 2,50 Meter eingeplant ist.“ Auch Simon Nowotni (CDU) sprach von einer zu knappen Bemessung: „Prinzipiell ist der Weg aber gangbar“, befürwortete er das neue Abgrenzungskriterium. Weil das auch die anderen Mitglieder des Technischen Ausschusses so sahen, sprachen sie sich für einen fünf Meter breiten Grenzverlauf aus, damit die Besitzer der Gebäude einen etwas größeren Gestaltungsspielraum haben.

Der überarbeitete Entwurf wird in der nächsten Gemeinderatssitzung vorgestellt, in einem weitergehenden Verfahren werden sich die betroffenen Bürgerdazu dazu äußern können.

Auch hinsichtlich des Bestandsschutzes bestehender Schuppen und Garagen soll eine eindeutige und baurechtlich korrekte Formulierung gesucht werden: „Wir wollen uns keinen Dauerärger einbringen“, machte Dettingens Bürgermeister Michael Hillert deutlich.

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Zwischen 20 und 40 Prozent vergrößert sich der Bereich der „Grünen Lungen“, also der hinteren Gärten in Dettingen, nach der neuen Planung des zuständigen Büros.

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