Himmelfahrt ist für den Fischereiverein Emstal immer wieder ein ganz besonderer Tag. Hier findet das Königsfischen statt, gekrönt werden Fischerkönig und Fischerprinz. Diesmal fand ein neuer Modus Anwendung, damit auch die Angler, deren Fische von ihrem Gewicht her kaum mit den schweren Karpfen konkurrieren können, zu solchen Ehren kommen können.

Die Hektik des Alltags, die Reizüberflutung verlangen auch einmal Entspannung, Entschleunigung. Was ist dazu besser geeignet als das Angeln. Da hat man Ruhe, ist an der frischen Luft und der Natur nahe, und mit einem Fang belohnt man sich noch mit einem leckeren Fischgericht. Wer dazu noch Mitglied im Fischerverein ist, lernt das gesellige Beisammensein, den fachlichen Gedankenaustausch schätzen.

Der Fischereiverein Ermstal, entstanden aus einer Fusion des Fischereivereins Metzingen mit dem Fischereisportverein Urach 1975, hat seinen Sitz in Dettingen, hier hat er sein Vereinsheim, "Zanderloch" benannt.

Zu den Höhepunkten der Aktivitäten des Vereins gehört seit vielen Jahren das Königsfischen am Himmelfahrtstag. Seit der Glemser Stausee 2014 für einige Zeit abgelassen wurde, verlegte man die Krönung des Fischerkönigs und Fischerprinzen an das Vereinsheim. Hier hat man eben auch ideale Bedingungen für die Bewirtung der Gäste.

Viele hatten sich am Donnerstagmittag eingefunden, um die Fangergebnisse dieses Tages in Augenschein zu nehmen und die Ehrung der Angler mit ihren besten Fängen mitzuerleben.

Gewogen wurde in der Zeit von 13 bis 13.30 Uhr. Michael Gerg, Erster Vorsitzender des Vereins, hatte am Tisch mit der Waage Platz genommen. Die Umstehenden kommentierten nicht nur die Größe der Fische, sondern auch ihre Schönheit.

Welche Fische bringen das größte Gewicht auf die Waage? Bisher waren es immer wieder die Karpfen, die das Rennen machten. Doch der Verein achtet auch darauf, dass die Gewässer, und das sind für diesen Verein die Erms, Teile des Neckars, der Floriansee, der Glemser Stausee und sein Vorstau sowie der Baggersee in Rißtissen, gleichmäßig befischt werden. So änderte man diesmal den Bewertungsfaktor. Forelle, Barsch und Aal werden mit dem Faktor drei aufgewertet, so dass das Gewicht eines Fisches mal drei genommen wird. So kommen auch Angler mit solchen Fängen in den Genuss, die Königs- oder Prinzenwürde zu erlangen. Hecht und Zander haben gegenwärtig ohnehin Schonzeit.

Es war Matthias Fritz aus Bad Urach, der mit einer Forelle von 1,45 Kilo den schwersten Fisch aus der Erms gezogen hatte. Dafür gebührte ihm die schwere Kette als Zeichen des Fischerkönigs. Mike Wachter aus Dettingen hatte einen Karpfen aus dem Glemser Stausee mit einem Gewicht von 600 Gramm an der Angel. Er wurde Fischerprinz - und das nun schon zum vierten Mal hintereinander. Michael Gerg hängte den beiden die Ketten, die nun schon mit vielen Medaillen geziert sind, unter dem Beifall der zahlreichen Gäste um.

Natürlich genoss man an diesem Tag auch das kulinarische Angebot. Rote, Currywurst und Steak bekommt man ja bei vielen Gelegenheiten von Vereinsaktivitäten. Hier aber waren es die geräucherten Forellen, die begehrt wurde.

Nachwuchssorgen hat der Verein nicht. Von den 210 aktiven Mitgliedern - der Verein zählt insgesamt rund 300 Mitglieder -, sind 25 Jugendliche aktiv. Und die werden nicht nur mit dem Angeln näher vertraut gemacht, sondern auch mit der Natur und den Anforderungen ihrer Erhaltung.

So bauten die jungen Leute ein Wildbienenhaus, Nistkästen, lernten die Güte des Wassers bestimmen. Den Angelschein kann man mit zehn Jahren erwerben, die Fischerprüfung in Theorie und Praxis mit 16 Jahren absolvieren. Doch immer wieder zieht es auch Acht- und Neunjährige zum Angeln. So erhofft man sich doch auch mal die Absenkung des Alters.