Die Anlage der Kleintierzüchter ist Ende der 80er Jahre gebaut worden. Überwiegend von Rentnern, die viel Zeit dort verbringen konnten. Inzwischen hat ein Generationenwechsel stattgefunden. Die Züchter sind jünger und freilich überwiegend berufstätig. Die Klappe an den Hühnerställen morgens auf- und abends zuzumachen, scheitert oft daran, dass es mit dem Arbeitsleben kaum vereinbar ist, denn: Die Tiere richten sich nach dem Stand der Sonne. Dienstbeginn für Arbeitnehmer ist immer um dieselbe Zeit.

Kleintierzüchter hat Vorschlag erarbeitet

Thilo Reusch, Vorsitzender der Kleintierzüchter, hat inzwischen einen Vorschlag erarbeitet, wie die klagende Familie entlastet werden kann, und gestern dem Anwalt übergeben. Ob das vor Gericht zu einem gütlichen Vergleich führt, kann er nicht abschätzen. Aber er ist guter Dinge: Die öffentliche Meinung in den sozialen Medien unterstützt den Verein. Er selbst hat, wenn auch nicht auf wissenschaftlich fundierter Basis, Schallmessungen vorgenommen. Morgens um 6 Uhr, dann nochmals eineinhalb Stunden später: „Es ist lächerlich.“ Einem etwaigen Lärmgutachten sieht er gelassen entgegen.

Hühner gehören zur Kleintierzucht

Der Verein könnte auf Hühner verzichten, aber dann wäre der Fortbestand des Vereins in Gefahr, so Reusch: „Zu Kleintierzüchtern gehören Gockel.“ Thilo Reusch verweist auf den gerichtlichen Ortstermin: „Falls jemand sagt, es war deswegen so still, weil wir die Hähne zuvor weggebracht hätten: Nein, haben wir nicht. Man hätte sie alle zählen können, jeden einzelnen.“ Zudem, so Reusch, warum den Richter täuschen wollen? „Wir haben nichts zu verheimlichen.“ Freilich hört man die Hühner, räumt er ein, „aber das gehört zu einer ländlichen Region dazu.“ Ob es zu einer Versöhnung der Parteien kommt? „Das wird schwer. Wir werden hart angegangen.“

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