Metzingen Glätte bremst den Verkehr aus

Regine Lotterer 10.01.2019

Es gibt diese Tage, an denen die gut geölten Rädchen der Routine unvermittelt still stehen. Gestern war wieder solch ein Tag. Die Schuld daran trägt ein kurzer, noch nicht einmal besonders heftiger Schneeschauer, der auf den Straßen im Ermstal allenfalls eine dünne, weiße Decke hinterließ. Das genügte jedoch, um Fahrbahnen im morgendlichen Berufsverkehr in Rutschbahnen zu verwandeln. Besonders eindrucksvoll ließ sich dieses Phänomen rund um Metzingen beobachten. Hier mussten Feuerwehr und Polizei zeitweise mehrere Zu- und Abfahrten von und zur B 28 sperren. Am Auchtertknoten beispielsweise standen Lastwagen quer, weswegen eine Auffahrt in Richtung Bad Urach nicht mehr möglich war.

Wer von Reutlingen her kommend die Ausfahrt in Richtung Stadion nutzen wollte, hatte ebenfalls Pech. Nach Rücksprache mit der Polizei stand hier die Feuerwehr Metzingen, weil die Fahrbahn spiegelglatt war. Die Straßensperre beeindruckte allerdings nicht jeden Autofahrer. Der eine oder andere drängelte sich tatsächlich am Feuerwehrauto vorbei, schildert Kommandant Hartmut Holder. Erfolglos freilich. Denn es ging an dieser Stelle definitiv nicht vorwärts.

Im Stau standen auch jene Autofahrer, die aus Richtung Bad Urach kommend versuchten, von der B 28 aus über die Eichbergstraße und den Kreisverkehr am Stadion nach Metzingen vorzustoßen. Auf diesem steilen Stück blockierte zunächst ein Lastwagen die Ausfahrt, der auf der vereisten Fahrbahn nicht mehr vorwärts kam. Direkt hinter ihm rutschte dann noch ein zweiter LKW in die Leitplanke. Als Retter in der Not fungierte hier die Feuerwehr Metzingen, die den Lastwagen mit Hilfe einer Seilwinde aus der Leitplanke zog. Nachdem außerdem ein Streufahrzeug des Bauhofs Metzingen zur Hilfe geeilt war, löste sich der Stau schnell auf.

Pendler, die des Wartens müde geworden waren, und versuchten, die B 28 über die Ausfahrt Stuttgart und das Längenfeld zu verlassen, wurden derweil bitter enttäuscht. Denn auch auf der B 312 ging es in Richtung Landeshauptstadt allenfalls im Schritttempo voran. Das dürfte nicht zuletzt an einem Unfall gelegen haben, der sich gegen 8.30 Uhr auf Höhe von Aichtal ereignet hatte. Dort war ein Lastwagen wegen gefrierender Nässe hängen geblieben. Zwischen 9 und 10.15 Uhr musste die Polizei überdies die B 313 bei Metzingen, zwischen der Einmündung der Nordtangente und der Abzweigung ins Neugreuth, in beide Fahrtrichtungen sperren. Schuld daran war ein querstehender Lastwagen.

Zu einem weiteren Einsatzort mussten die Rettungskräfte dann kurz nach 9.30 Uhr ausrücken. Eine 78 Jahre alte Frau war mit ihrem Wagen auf der L 378a zwischen Sondelfingen und Metzingen nach links von der Fahrbahn abgekommen und überschlug sich mit ihrem Fahrzeug im Grünstreifen. Die Seniorin zog sich hierbei leichte Verletzungen zu und wurde mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht, teilt die Polizei mit.

Insgesamt registrierte die Polizei zwischen 6 und 10 Uhr in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Esslingen 40 Verkehrsunfälle, bei denen Sachschaden in Höhe von mehreren 10 000 Euro entstand. Verletzt wurde nach derzeitigem Kenntnisstand nur die 78 Jahre alte Seniorin in Metzingen.

Entstanden sind die Probleme wohl vor allem wegen der glatten Straßen. „Das ging innerhalb von fünf Minuten“, sagt der Metzinger Feuerwehrkommandant Hartmut Holder. Auch der Metzinger Bauhof hat seine Einsatzpläne für den Winterdienst eigentlich bestens durchgeplant. Bislang klappte das auch einwandfrei, heißt es aus der Stadtverwaltung. Am Mittwoch ging es indessen auch für die Routiniers zu schnell, zumal noch kurz vor 8 Uhr überall schwarzer Asphalt und grüne Wiese zu sehen waren. Die Lage hatten die Männer des Metzinger Bauhofs, die beim Winterdienst von Kollegen der Bereiche Forst und Obstbau unterstützt werden, jedoch schnell wieder im Griff. Auch die staugeplagten Pendler gelangten schlussendlich an ihr Ziel, oft freilich nur nach einem ordentlichen Umweg.

40

Verkehrsunfälle haben sich am Mittwoch zwischen 6 und 10 Uhr in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Esslingen ereignet. Mit einer Ausnahme blieb es bei Blechschäden.

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