Ein kostenloses WLAN-Netz in der Innenstadt, ein Trinkwasser-Brunnen am Lindenplatz und Jam-Sessions auf dem Marktplatz: Die Metzingen Marketing und Tourismus GmbH (MMT) hat für die kommenden Monate einige neue Projekte im Köcher. Die Vorhaben für 2019 sowie einen Rückblick aufs abgelaufene Jahr präsentierte MMT-Geschäftsführer Jochen Krohmer am Donnerstag gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Meike Hespeler dem Gemeinderat. Insgesamt konnten die beiden eine ausgesprochen positive Bilanz für 2018 ziehen. Trotz des mitunter widrigen Wetters lockten die Aktionen der MMT viele Besucher in die Stadt, ebenfalls höchst erfolgreich waren die Besuche von Tourismusmessen und diverse Marketingaktionen.

Allerdings gibt es durchaus einige Bereiche, die Sorge bereiten, wie Jochen Krohmer ausführte: Beispielsweise ist das Schicksal des Gewerbe-, Handels- und Verkehrsverein (GHV) ungewiss. Ob sich ein neuer Vorstand findet, ist nicht sicher, dem Verein droht das Aus. Der GHV ist jedoch neben der Stadt und der Holy AG einer von drei Gesellschaftern der MMT. Deshalb stellt sich auch die Frage, wie deren Arbeit künftig finanziert wird, weswegen die Idee im Raum steht, weitere Gesellschafter aufzunehmen. In den Blick genommen haben die Verantwortlichen dabei zunächst die Motorworld auf dem Henning-Areal, einem weiteren touristischen Leuchtturm in Metzingen, wie es Jochen Krohmer formuliert.

Beendet ist dagegen die Ära des Honky-Tonk-Kneipenfestivals in der Kelternstadt. Der Veranstalter hat für 2019 abgesagt, weil sich der Aufwand für ihn nicht mehr rechnet, sagt Krohmer. Zum einen gingen die Besucherzahlen deutlich zurück, zum anderen ließ das Interesse der Kneipen immer mehr nach.

Gut ausgelastet

Mit Stirnrunzeln blicken die MMT-Verantwortlichen momentan auf den Mittwochs-Wochenmarkt. Dieser leidet unter Besucherschwund, im Augenblick stabilisiere ihn noch der Samstagsmarkt, erläutert Krohmer. Falls sich an dieser Situation aber nichts ändere, würden die Händler über kurz oder lang abspringen. Als Grund für das rückläufige Interesse nennt Krohmer die Konkurrenz von Direktvermarktern und von Spezialitätengeschäften. Positiv entwickelt hat sich dagegen die Auslastung des Bongertwasens und des Lindenplatzes, wie Meike Hespeler berichtet. Zu verdanken sei das der großen Attraktivität, die Metzingen als Plattform für Werbeaktionen genieße. Auch aus diesem Grund möchte die MMT die Stadt weiter als Marke profilieren und positionieren. Bereits erfolgreich geworben haben die Metzinger auf der CMT in Stuttgart, der Besuch auf der Tourismusmesse in Zürich steht noch an. Dort, sagt  Jochen Krohmer, hat die Kelternstadt die Chance, sich bei mehr als 60 000 solventen Besuchern bekannt zu machen. „Dieses Publikum greift nicht nur Geschenke ab, das erkundigt sich auch nach Hotelbuchungen.“

Für die Arbeit der MMT zollte der Gemeinderat am Donnerstag einmütig Beifall. Viele gute Wünsche gab es zudem für den scheidenden Geschäftsführer. Jochen Krohmer geht Ende August nach 45 Jahren bei der Stadtverwaltung Metzingen in den Ruhestand. Besorgt zeigten sich die Stadträte allerdings in Sachen GHV. SPD-Stadtrat Michael Breuer fragte nach, welche Impulse der Verein benötige, um wieder auf die Beine zu kommen und was die Verwaltung tun könne, um den GHV zu unterstützen.

Wenn es um die Rettung des Vereins geht, sieht Bernhard Mohr (FDP) indessen zuerst die Geschäftsleute selbst in der Pflicht: „Wenn die sich nicht selbst aufrappeln, ist das ihr Problem.“ Vielleicht, so Mohr, sei die aktuelle Entwicklung auch der Tatsache geschuldet, dass es in Metzingen immer weniger inhabergeführte Geschäfte gibt.

Die MMT habe alles versucht, um den Gewerbeverein am Leben zu erhalten, betonte CDU-Stadtrat Holger Weiblen, der davon ausgeht, dass sich der GHV auflöst. Allerdings glaubt er auch, dass sich in absehbarer Zeit wieder ein Gewerbe- und Handelsverein in der Kelternstadt formieren wird, um die Interessen der Geschäftsleute entsprechend vertreten zu können: „Wahrscheinlich sind die satt. Ich hoffe, dass sie wieder hungrig werden.“

Grünen-Stadträtin Susanne Bernauer gab zu bedenken, dass es nach der Fertigstellung des G&V-Areals sowie der Einweihung der Neubauten auf dem Gelände der ehemaligen Seifenfabrik Bazlen noch schwieriger werde, Outletkunden ins alte Metzingen zu locken. Sie wünscht sich deshalb, dass die MMT einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Innenstadt setzt: „Bei uns sollen sich Touristen und Metzinger wohl fühlen.“

Projekte der MMT für 2019


Das Veranstaltungsprogramm der MMT startet am 5. April mit dem Midnight-Shopping. Die zweite Einkaufsnacht ist für den 5. Juli geplant. Am 13. April folgt die Osteraktion, der Kunsthandwerkermarkt ist am 9. und 10. Juni. Open-Air-Theater auf dem Kelternplatz gibt es vom 20. bis zum 26. Juli. Ein Regionalmarkt unter dem Motto „Alb-Gemacht“ ist am 27. und 28. Juli geplant. Zum Weinkulturtag sind die Besucher am 1. September eingeladen, das Open-Air-Kino auf dem Bauhofgelände ist vom 5. bis zum 7. September. Am 29. September steht die Gewerbe- und Industrieschau auf dem Programm, der verkaufsoffene Sonntag ist am 27. Oktober.