Metzingen Geschäfte dürfen am letzten Oktobersonntag öffnen

Zehntausende lockt der verkaufsoffene Sonntag jedes Mal nach Metzingen. Am 29. Oktober laden Stadt und Outletcity wieder ein. Wie es danach mit dieser Art Veranstaltung weitergeht, ist noch nicht sicher.
Zehntausende lockt der verkaufsoffene Sonntag jedes Mal nach Metzingen. Am 29. Oktober laden Stadt und Outletcity wieder ein. Wie es danach mit dieser Art Veranstaltung weitergeht, ist noch nicht sicher. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Regine Lotterer 30.08.2017

Zum Abschluss des Sieben-Keltern-Festes können die Metzinger auch in diesem Jahr zu einem verkaufsoffenen Sonntag einladen: Am 29. Oktober dürfen die Geschäfte in der Innenstadt und der Outletcity von 13 bis 18 Uhr öffnen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wird gegen diese Regelung nicht rechtlich vorgehen, wie Jochen Krohmer, Geschäftsführer der Metzingen Marketing und Tourismus GmbH (MMT), erklärt. Die jetzt gefundene Lösung ist ein Verhandlungserfolg für die Stadt Metzingen, die Holy AG, die die Outletcity betreibt, und die MMT. Verhandelt haben die Metzinger mit der Verdi-Bezirksstelle Alb-Neckar-Fils.

Dank der erzielten Einigung können die Metzinger zumindest den zweiten für dieses Jahr geplanten verkaufsoffenen Sonntag organisieren, nachdem der Termin im Mai von der Stadt abgesagt worden war. Damals fürchtete Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler, dass Verdi juristisch gegen den Termin vorgehen wird, weil die Gewerkschaft maximal einen verkaufsoffenen Sonntag in der Stadt akzeptieren wolle. Das hatte ein entsprechendes Schreiben der Arbeitnehmervertreter nahegelegt.

Wie es generell mit den verkaufsoffenen Sonntagen in der Kelternstadt weitergeht, ist momentan noch nicht klar. Nach der Sommerpause, sagt Jochen Krohmer, sollen weitere Verhandlungen aufgenommen werden, am Tisch sitzen dann die Vertreter der Verdi-Landesdirektion Stuttgart.

Mit Klage drohen kann die Gewerkschaft wegen eines Urteils, das vom Bundesverwaltungsgericht im November 2015 gefällt worden ist. Darin heißt es, verkaufsoffene Sonntage müssten an einen Anlass gebunden sein. Dieser Anlass müsse „dominant gegenüber dem reinen Einkaufserlebnis“ und von der räumlichen Nähe her „prägend“ sein. Mit dem Sieben-Keltern-Fest vom 21. bis 29. Oktober können die Metzinger zwar problemlos einen Anlass liefern, um die Buchstaben des Gesetzes zu erfüllen. Immerhin bietet es beste Unterhaltung im Herzen der Stadt. Mehr Besucher als die Outletcity an einem verkaufsoffenen Sonntag vermag die Festivität aber bei weitem nicht anzulocken. Schließlich strömen erfahrungsgemäß jedes Mal zwischen 30 000 bis 50 000 Besucher zum großen Einkaufserlebnis in die Stadt. MMT-Geschäftsführer Jochen Krohmer spricht deshalb von einer atypischen Situation. An der sich auch nichts ändern dürfte, egal, welche Veranstaltung die Metzinger kreieren würden. Krohmer formuliert es so: „Diese Atypik lässt sich nicht aufheben.“ Ein Argument, das die Metzinger auch während der Verhandlungen mit der Gewerkschaft vorbringen wollen.

Schließlich, sagt Krohmer, gebe es in anderen bundesdeutschen Städten sehr wohl die Chance, die Ladentüren am Sonntag aufzusperren. Diese Chance muss seiner Meinung nach auch der hiesige Einzelhandel erhalten. Eigentlich, sagt Krohmer, bräuchten die Kelternstädter zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Anders gesagt, die Metzinger würden gerne an der bisherigen Regelung festhalten. Ob sich die Gewerkschaft darauf einlässt, steht freilich auf einem anderen Blatt.