"So viel Begeisterung und so hohe Konzentration wie bei dem Projekt create würde ich mir für den restlichen Unterricht auch wünschen", sagte Rektor Matthias Pröhl halb ernst und halb schmunzelnd. In dem kurzen Film, den Florian Wiest vom Ingenieurbüro "create" Elternvertretern und Mitarbeitern der unterstützenden Firmen zeigte, war deutlich zu erkennen, wie aufmerksam und interessiert Schüler sich auf die kreativen Möglichkeiten eingelassen haben.

Was sie in dem Projekt "Die Zukunft beginnt mit dir - selbst gestalten" getan haben? Sie entwickelten eigene Ideen, wie ein ganz simpler USB-Datenspeicherstick - der für gewöhnlich ziemlich unscheinbar in silber oder schwarz daherkommt und nach nicht viel aussieht - sein Outfit verbessern und wie er in etwas völlig anderem, extrem einfallsreichem versteckt werden könnte. Insgesamt 15 Mal trafen sich 30 Schüler der siebten Klassen und entwickelten unter der Anleitung von fachkundigem Personal des Ingenieurbüros "create" ihre Ideen. Doch dabei blieb es nicht: Sie machten sich auch an die Umsetzung - mithilfe des Design-Software-Programms CAD und einem Drei-D-Drucker.

Herausgekommen sind dabei wahrlich faszinierende Kreationen wie etwa ein winziger Eierbecher, der sich durch Ei-Abnahme als USB-Stick entpuppte. Parfümfläschchen, ein Pinguin, ein Schokoladentäfelchen, eine Gitarre, eine Katze, alles im Mini-winzig-Format zeugte von dem Einfallsreichtum der 30 Schüler. "Sehr tricky", so Florian Wiest, war die Idee, einen Apfel zu gestalten, aus dem heraus man den Stick ziehen kann und - dadurch das Apple-Logo entsteht. "Das hatten wir in den drei Jahren jetzt auch noch nie", so Wiest.

Die entstandenen Produkte zeugten aber nicht nur vom Einfallsreichtum der Kids, sondern auch von der Fähigkeit der Schüler, mit Computerprogrammen sowie mit anderen technischen Gestaltungsmitteln die Ideen verwirklichen zu können. Und genau das wollen und brauchen die Hightech-Firmen aus dem Ermstal wie Elring-Klinger, Lechler, Sauter und Krämer sowie die Volksbank Metzingen-Bad Urach.

All die Firmen und die Bank unterstützen nämlich das Projekt finanziell und ideell - und das nun auch noch ausgedehnter, denn: "Künftig werden nicht nur 30, sondern 90 Schüler teilnehmen können", so der Rektor.

"Nebenbei erfüllt das Projekt ja auch noch einen Bildungsauftrag, den wir hier an der Schule haben", betonte Pröhl. Neue Medien in den Unterricht zu integrieren und die jungen Menschen verstärkt an Naturwissenschaften, an Technik und Informatik heranzuführen, sie für Ingenieursberufe zu interessieren - das sei gerade in einem Land wie Deutschland enorm wichtig. "Vielleicht machen ja sogar Schüler, die hier an dem Projekt teilgenommen haben, später eine Ausbildung in den jeweiligen Firmen oder starten dort ein duales Studium", so der Schulleiter. "Dieses Projekt lohnt sich auf jeden Fall für alle Beteiligten, deshalb wollen wir auch eine noch stärkere Vernetzung unseres Gymnasiums mit den Firmen herstellen."